Diese Finanzwerte haben derzeit das grösste Kurspotenzial

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VZ Analyse

Einzelne Schweizer Finanzwerte haben laut Analysten ein Kurspotenzial von bis zu 40 Prozent. Bei europäischen Finanztiteln eröffnen sich sogar Chancen von fast 70 Prozent.

Publiziert 15. Apr 2026

Autor

Luca Liebi

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Der Finanzsektor präsentiert sich derzeit alles andere als einheitlich. Während Teile des Marktes bereits weitgehend fair bewertet erscheinen, eröffnen sich in einzelnen Segmenten weiterhin erhebliche Aufholchancen. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wo innerhalb des Finanzuniversums aktuell das attraktivste Renditepotenzial liegt.

In der Schweiz scheinen die Perspektiven auf Gesamtmarktbasis überschaubar: Das durchschnittliche Kurspotenzial der analysierten Finanzwerte liegt bei lediglich 1,8 Prozent, was eine weitgehend ausgereizte Bewertung signalisiert. 

Gleichzeitig zeigt sich innerhalb des Sektors jedoch ein heterogenes Bild – mit einzelnen Titeln, denen Analysten zweistellige Aufwärtspotenziale zutrauen. Andere dagegen, insbesondere gewisse Kantonalbanken, gelten bereits als deutlich überbewertet.

Besonders auffällig ist das Kurspotenzial von knapp 40 Prozent bei Partners Group. Der Private-Equity-Riese meldete am Freitag überraschend positive Nettozuflüsse im ersten Quartal in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen von der aktuellen Schwäche im Private‑Credit‑Segment weniger stark betroffen ist als viele seiner Wettbewerber. Trotz einer leichten Erholung vom Mehrjahrestief bleibt der Kurs weit unter den von Analysten genannten Zielen. 

Weniger ausgeprägt fallen die Unterschiede bei den zwei grössten Schweizer Banken aus. Für die UBS sehen Analysten ein Kurspotenzial von rund 13 Prozent, während Julius Baer mit einem Konsenspotenzial von lediglich 6 Prozent weniger attraktiv eingeschätzt wird. 

Im Versicherungssektor fällt das Bild noch verhaltener aus: Zurich Insurance (+4 Prozent), Helvetia Baloise (+6 Prozent) und Swiss Re (+0 Prozent) liegen allesamt nahe der durchschnittlichen Kursziele der Analysten. Bei Swiss Life entspricht das Konsenskursziel der Analysten sogar einem Rückschlag von rund 7,5 Prozent. 

Die Bewertungsseite unterstreicht das insgesamt nahe am fairen Wert liegende Niveau des Schweizer Finanzsektors. Mit einem durchschnittlichen Kurs‑Gewinn‑Verhältnis von 16,1 notieren Banken, Versicherer und Finanzdienstleister deutlich über den Bewertungskennzahlen vieler europäischer Vergleichswerte. 

Europa: Aufholpotenzial und Rückenwind 

Im Gegensatz dazu weisen europäische Finanzwerte ein deutlich höheres Kurspotenzial auf. Das durchschnittliche Kurspotenzial liegt hier bei 13,8 Prozent und damit um ein Vielfaches über dem mittleren Potenzial von Schweizer Finanzdienstleistern von lediglich 2,3 Prozent. 

Ein wesentlicher Treiber dieser Differenz sind die bereits erfolgten Kurskorrekturen. Viele europäische Titel haben in den vergangenen Monaten spürbar nachgegeben, wodurch sich die Bewertungen sowohl im Vergleich zu historischen Durchschnittsniveaus als auch gegenüber Schweizer Pendants spürbar reduziert haben. 

Gleichzeitig profitieren europäische Banken, Versicherer und ausgewählte Finanzdienstleister von einem im Vergleich zur Schweiz deutlich höheren Zinsniveau, das die Ertragslage insbesondere im Kredit- und Einlagengeschäft stützt. 

Diese Zinsdifferenz wirkt sich positiv auf die Margen europäischer Banken aus und trägt zur verbesserten Ertragsdynamik im Sektor bei. In Kombination mit bereits erfolgten Kurskorrekturen und moderateren Bewertungsniveaus ergibt sich daraus insgesamt ein höheres rechnerisches Aufholpotenzial innerhalb des europäischen Finanzsektors. 

Adyen (Kurspotenzial rund 66 Prozent), Kinnevik (ebenfalls rund 66 Prozent) und Bridgepoint (63 Prozent) zählen zu den europäischen Finanzdienstleistern mit dem höchsten erwarteten Aufwärtspotenzial. Diese drei Unternehmen liegen damit deutlich über dem Sektordurchschnitt von 13,8 Prozent. 

Was bedeuten die Analysteneinschätzungen?

Aktienanalysten bewerten laufend, ob sich ein Investment in ein Unternehmen aus heutiger Sicht lohnt. In ihre Einschätzungen fliessen zahlreiche Faktoren ein – darunter aktuelle Unternehmensnachrichten, Gespräche mit dem Management sowie vor allem die detaillierte Analyse der Geschäftszahlen. Ein zentrales Resultat dieser Arbeit ist das sogenannte Kursziel, das auf etablierten Bewertungsmethoden und den Gewinn‑ und Ergebnisprognosen des jeweiligen Analysten basiert.

Da bereits kleine Änderungen in den zugrunde liegenden Annahmen erhebliche Auswirkungen auf die Bewertung haben können, weichen die Kursziele einzelner Analysten oft deutlich voneinander ab. Die Durchschnittsbetrachtung der Analystenschätzungen liefert jedoch wichtige Hinweise darauf, bei welchen Unternehmen die Experten ein besonders hohes Potenzial erwarten. 

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