Diese europäischen Aktien haben das grösste Kurspotenzial

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VZ Analyse

Neue Anwendungen aus dem KI-Bereich führten zuletzt zu starken Verlusten bei einigen europäischen Unternehmen. Teilweise war die Reaktion allerdings übertrieben, die Analysten sind weiter zuversichtlich.

Publiziert 24. Febr. 2026

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Software-Unternehmen gerieten im Februar unter Druck. Auslöser waren neue KI-Anwendungen von Claude, die Tätigkeiten im Rechts- und Finanzbereich automatisieren könnten und damit bestehende Dienstleistungen infrage stellen. Davon betroffen war auch Wolters Kluwer aus den Niederlanden. 

Das Unternehmen bietet Software und Services für Recht, Steuern, Buchhaltung, Gesundheit und Compliance an. Der Kurs reagierte entsprechend deutlich und Wolters Kluwer zählt seit Jahresbeginn zu den schwächsten Aktien in Europa. Analysten bewerten die Lage jedoch weniger kritisch. Zwar senkte JPMorgan das Kursziel, insgesamt sehen die Experten aber ein sehr hohes Aufwärtspotenzial von mehr als 100 Prozent. Damit steht Wolters Kluwer an der Spitze der Rangliste.

Auch Verisure auf Rang zwei verzeichnete in den letzten Tagen starke Verluste. Die Sorge vor KI spielte hier ebenfalls eine zentrale Rolle. Beim Anbieter von Alarmsystemen für Privathaushalte und kleinere Unternehmen erscheint der Kursrückgang jedoch überzogen – eine Einschätzung, die auch viele Analysten teilen. Dennoch rutschte der Aktienkurs unter den Ausgabepreis vom vergangenen Herbst, als Verisure in Stockholm an die Börse ging. Damals handelte es sich um den grössten Börsengang in Europa seit dem IPO von Porsche drei Jahre zuvor.

Deutsche Onlineplattformen vor starker Entwicklung?

In der aktuellen Liste der zehn europäischen Aktien mit dem grössten Potenzial finden sich zudem vier deutsche Unternehmen. Neben dem Bausoftware-Anbieter Nemetschek, dessen Situation jener von Wolters Kluwer ähnelt, stehen Auto1 Group, Scout24 und Zalando im Fokus. Alle drei Unternehmen betreiben Onlineplattformen und weisen strukturelle Gemeinsamkeiten auf.

Bei diesen Unternehmen ist der direkte Zusammenhang zwischen KI und den Kursverlusten weniger eindeutig. Dennoch verzeichneten vor allem Auto1 Group und Scout24 spürbare Rückgänge. Zwar lässt sich der Aufbau digitaler Plattformen durch KI heute einfacher umsetzen, doch beide Unternehmen verfügen über sehr grosse Datenbestände zu Gebrauchtwagen beziehungsweise Immobilien. 

Dieser Vorsprung spiegelt sich auch in den positiven Analystenerwartungen wider. Zalando steht hingegen in einem deutlich intensiveren Wettbewerbsumfeld. Insbesondere Fashionshops, die direkt über soziale Medien wie Instagram oder TikTok betrieben werden, könnten dem Unternehmen künftig Marktanteile und Umsatz abnehmen.

Was bedeuten die Analysteneinschätzungen?

Aktienanalysten prüfen genau, ob sich eine Investition in ein Unternehmen lohnt. Dafür berücksichtigen sie eine Vielzahl von Faktoren: aktuelle Nachrichten, Gespräche mit dem Management und vor allem die Analyse der Geschäftszahlen. Ein zentrales Ergebnis dieser Arbeit ist das sogenannte Kursziel. Es anhand etablierter Bewertungsmethoden und der Prognosen des Analysten berechnet. 

Da schon kleine Änderungen in den Annahmen grosse Auswirkungen haben können, unterscheiden sich die Kursziele oft deutlich. Im Durchschnitt zeigen sie jedoch, bei welchen Unternehmen die Experten ein besonders hohes Potenzial erwarten.

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