Diese Aktien profitieren von fallenden Zinsen

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VZ Analyse

Schon seit geraumer Zeit sind die Zinsen am Sinken. Das Zinsumfeld hat unterschiedliche Auswirkungen auf Aktienkurse. Welche Schweizer Titel profitieren und welche nicht?

12. Sep 2025

Beschreibung

Zinsen sind weit mehr als nur der Preis für Geld – sie nehmen auch direkt Einfluss auf die Kurse von Aktien. Steigen die Zinsen, geraten Aktien unter Druck: Kredite werden teurer, Investitionen schwieriger ebenfalls und Obligationen als Alternative werden attraktiver. Dreht sich der Trend und die Zinsen fallen, werden Aktien vermehrt gesucht. Doch dieser Zusammenhang trifft nicht auf alle Unternehmen gleichermassen zu.

Das VZ hat untersucht, wie Schweizer Aktien mit Veränderungen der zehnjährigen Dollar- und Franken-Zinsen korrelieren. Je näher der Wert bei -1 liegt, desto mehr profitieren solche Titel von fallenden Zinsen.

Besonders profitieren in solchen Phasen klassische „Zinsgewinner“ wie Immobilienunternehmen, Versorger oder wachstumsstarke Technologiewerte. Sie alle reagieren empfindlich auf Veränderungen im Zinsumfeld – und eröffnen Anlegern Chancen, wenn die Zinsen fallen.

Wenig überraschend führen Immobilienunternehmen wie SF Urban Properties, Investis, Plazza oder Peach Property Group die Rangliste an. Denn neben den positiven Auswirkungen auf die Finanzierungskosten führen fallende Zinsen üblicherweise auch zu steigenden Immobilienpreisen. Je höher ein Immobilienunternehmen verschuldet sind, desto grösser ist der Hebel.

Versorgungsunternehmen wie BKW und Edisun Power Europe profitieren ebenfalls von fallenden Zinsen. Die Ursache dürfte allerdings in der oftmals gleichermassen nachgebenden Inflation liegen. Mit ihr steigen und sinken die Energieeinkaufs- und Netznutzungskosten. Von fallenden Zinsen profitieren ebenfalls tendenziell Unternehmen, die höher verschuldet sind oder mehr Betriebskapital einsetzen. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, in welchen Währungen die Unternehmen verschuldet sind. So sind die meisten Firmen abhängig von Frankenzinsen, einige jedoch auch von Dollar-Zinsen.

Auch Banken gelten als zinssensitiv, jedoch bedeuten fallende Zinsen für sie meist tiefere Gewinne. Die Banken, insbesondere Retail- und Kantonalbanken wie die Liechtensteinische Landesbank oder die St. Galler Kantonalbank, welche sich auf das Zinsgeschäft spezialisiert haben, müssen im Normalfall mit einer Einengung ihrer Zinsmarge rechnen. Sie profitieren tendenziell eher von steigenden Zinsen. Sie finden sich tendenziell am unteren Ende der Rangliste.

Auch wer auf fallende US-Zinsen setzen möchte wird bei Schweizer Titel fündig. Insbesondere die Varia US Properties ist ein an der SIX gelistetes US-Immobilienunternehmen mit einer Korrelation von -0.2 zu zehnjährigen Treasury-Renditen. Bei nicht allen Unternehmen ist jedoch so klar wodurch der Zusammenhang entsteht.

Das Korrelationsmass ist eine Indikation, zu welchem Ausmass die Rendite einer Aktie mit der Zinsveränderung historisch im Einklang stand. Sie ist indikativ und nicht abschliessend. Vor allem stellt das Mass keine direkte Kausalität her. Die Daten sind deshalb mit Vorsicht zu geniessen. Oft findet man jedoch die Erklärung im Geschäftsmodell oder der Finanzierungsstruktur des Unternehmens.

Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG. Die Analysen haben nur indikativen Charakter und stellen keinesfalls ein Angebot, eine Beratung oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments oder zur Ausführung irgendeiner Transaktion dar.