Die grosse Woche der Zins-Entscheidungen

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VZ Analyse

Am Mittwoch und Donnerstag entscheiden gleich fünf der grossen Notenbanken über die weitere Zinspolitik – unter ihnen auch die SNB. Worauf Anleger vor allem achten müssen.

Publiziert 18. März 2026

Autor

Luca Liebi

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Bis vor zwei Wochen hätten sich Anleger kaum gross um die anstehenden Zinsentscheide der Notenbanken gekümmert. Doch seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs hat sich die Ausgangslage deutlich geändert. Der Ölpreis ist in die Höhe geschossen, entsprechend dürften auch die Inflationserwartungen tendenziell nach oben gehen. Dies wiederum beeinflusst die Zinserwartungen. Umso mehr werden die Märkte bei den kommenden Zinsentscheiden darauf achten, welchen Ausblick die Notenbank-Chefs geben. Hier ein Überblick. 

Federal Reserve: Inflation steigt, Konsum unter Druck 

Die Federal Reserve (Fed) entscheidet am Mittwoch über den Leitzins. Die Märkte erwarten, dass die Zinsen unverändert in der Bandbreite von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen werden. 

Der Iran-Konflikt und der damit verbundene Anstieg der Energiepreise verschärfen den geldpolitischen Zielkonflikt in den USA: 

  • Höhere Ölpreise könnten die Inflation von 2,4 Prozent im Januar wieder in Richtung 3 Prozent treiben. 
  • Gleichzeitig belasten steigende Energiepreise den Konsum, der knapp 70 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht. 

Der Ölpreisschock wirkt damit wie ein klassischer negativer Angebotsschock: Er erhöht die Preise und dämpft gleichzeitig das Wachstum. Erste Signale einer Abschwächung zeigen sich bereits am Arbeitsmarkt.

Schweizerische Nationalbank: Tiefe Inflation, starker Franken

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) entscheidet am Donnerstagmorgen über den Leitzins. Die Märkte erwarten, dass die SNB die Zinsen unverändert bei 0 Prozent belässt.

Der Iran-Krieg und der damit einhergehende Ölpreisanstieg beeinflusst das vorrangige Ziel der SNB über zwei unterschiedliche und sich neutralisierende Kanäle.

  • Höhere Energiepreise könnten die Inflation um rund 0,3 Prozentpunkte erhöhen.

  • In unsicheren Zeiten flüchten Anleger in den Franken, was diesen erstarken lässt. Dies senkt die Inflation in der Schweiz, da Importe günstiger werden.

Der Auftrag der SNB ist die Sicherstellung der Preisstabilität mit einer mittelfristigen Inflation im Bereich von 0 bis 2 Prozent. Die jährliche Inflation lag im Februar mit rund 0,1 Prozent am unteren Ende des Zielbandes. Aus Sicht der SNB ist eine moderat steigende Inflation willkommen, da sie die Gefahr von Deflation reduziert.

Europäische Zentralbank: Inflation im Ziel, Wachstum schwach

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet am Donnerstag über den Leitzins. Der für Anleger relevante Einlagesatz wird voraussichtlich unverändert bei 2Prozent belassen.

Dabei haben die Märkte ihre Erwartungen an die Zinsentscheide der EZB im laufenden Jahr angepasst. Statt Zinssenkungen werden inzwischen bis Ende 2026 ein bis zwei Zinserhöhungen eingepreist. Dies insbesondere, weil zwei Effekte die Inflation antreiben:

  • Höhere Energiepreise könnten die Inflation in der Eurozone um rund 0,5 Prozentpunkte erhöhen.

  • Ein schwächerer Euro verstärkt die importierte Inflation zusätzlich.

Im Februar lag die jährliche Inflation in der Eurozone mit 1,9 Prozent deutlich höher als in der Schweiz. Kurzfristig dürfte die EZB mit einer Leitzinssenkung abwarten.

Weitere Notenbanken: Bank of England (BoE) und Bank of Japan (BoJ)

Neben SNB, EZB und Fed treffen diese Woche auch die Bank of England (BoE) und die Bank of Japan (BoJ) ihre geldpolitischen Entscheidungen. Bei beiden Zentralbanken wird keine Änderung der Leitzinsen erwartet.  

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