Die beste US-Aktie der letzten 100 Jahre

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Aus einem einzigen investierten Dollar wären 50'000 Dollar geworden – und dennoch ist das entsprechende Unternehmen damit nur die Nummer 21 der US-Börsengeschichte. Was Anleger aus der Liste der Rendite-Giganten lernen können, ist faszinierend und ernüchternd zugleich.

Publiziert 1. Apr. 2026

Autor

Patrick Herger

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Die Aktie von Nvidia wurde 1999 an der Börse eingeführt. Heute liegt ihr Kurswert beim 4200-Fachen des damaligen Preises – ein unglaublicher Anstieg. Doch ist das bereits das höchste der Rendite-Gefühle? Keineswegs. Ein Unternehmen wie der Rüstungskonzern Northrop Grumman etwa hatte deutlich mehr Zeit, Renditen aufzubauen: Er ist seit 1951 an der Börse kotiert.

Das Unternehmen befindet sich auf Rang 21 der renditestärksten US-Aktien (berechnet von Finanzmarktprofessor Hendrik Bessembinder nach den Daten des CRSP-Datenbestands der University of Chicago – dieser umfasst fast 30’000 US-Aktien, die ab 1925 an einer US-Börse gelistet waren). Ein Dollar, den man im Jahr 1951 in Northrup Grumman investierte, hätte sich bis Ende 2025 in 50'000 Dollar verwandelt (bei reinvestierten Dividenden und ohne Berücksichtigung von Kosten und Steuern).

Doch wenn ein Faktor von 50’000 lediglich für Platz 21 reicht, wie hoch müssen dann erst die Renditen der Spitzenreiter sein – und welche Unternehmen stehen an der Spitze? 

Hier die Liste der Top 3 der ertragreichsten Aktien, in die man auch heute noch investieren kann:

Die meisten US-Aktien bringen Verluste

Alle drei Top-Performer hatten 100 Jahre Zeit, für hohe kumulierte Renditen zu sorgen, da ihr Börsengang schon sehr lange zurückliegt. Gemeinsam ist diesen Firmen ihr stabiler, langfristiger Wachstumskurs. Das ist aber keineswegs der Normalfall. Schaut man sich nämlich nicht nur die Superaktien an, sondern den breiten Markt, zeigt sich ein anderes Bild.

Zwar beträgt der durchschnittliche kumulierte Ertrag über alle Aktien hinweg 306 Dollar pro investiertem Dollar – eine Zahl, die auf den ersten Blick beeindruckt. Doch dieser Mittelwert ist stark verzerrt: Ein kleiner Kreis aussergewöhnlich erfolgreicher Titel zieht das Gesamtergebnis nach oben.

Ein besserer Messwert ist deswegen die Median-Rendite. Median-Rendite bedeutet, dass die Hälfte der Aktien eine höhere Rendite erzielt hat, die andere Hälfte eine niedrigere. Und dieser Median enthüllt eine selbst in Anlegerkreisen nur wenig bekannte Tatsache: Die typische US-Aktie erzielt über ihre gesamte Lebensdauer eine negative Rendite, der Median liegt bei –6,9 Prozent. Faktisch bedeutet das: Die Mehrheit der Titel vernichtet Kapital, anstatt Wert für Anleger zu schaffen.

Was heisst das für Privatanleger?

Erstens ist die Gefahr gross, die falschen Aktien auszuwählen – denn kaum jemand verfügt über aussergewöhnliche Fähigkeiten als Stockpicker. Zweitens stammt ein Grossteil der Marktrenditen von wenigen Top-Aktien. Schon das Verpassen einiger dieser Gewinner kann die eigene Rendite erheblich schmälern.

Die Konsequenz ist klar: Wer auf Einzelaktien setzt, geht ein riskantes Spiel ein, bei dem die Chancen gegen ihn stehen. Statt auf Glück oder vermeintliches Geschick zu vertrauen, ist es für die meisten Anleger sinnvoller, den gesamten Markt zu kaufen – in Form eines kostengünstigen ETF oder Indexfonds. Dank dieser breiten Diversifizierung landen die entscheidenden Gewinneraktien automatisch im Portfolio, und man sichert sich verlässlich die Rendite, die der Markt hergibt – unspektakulär, aber sehr effektiv für den langfristigen Anlageerfolg.
 

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