VZ Analyse
Trotz tiefer Inflation in der Schweiz unterschätzen viele Sparer deren langfristige Wirkung auf ihr Vermögen. Entscheidend ist nicht der nominale Zinssatz auf dem Sparkonto, sondern was nach Inflation und Steuern tatsächlich übrig bleibt.
Publiziert 20. Febr. 2026
Beschreibung
Als die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Dezember ihren Leitzins bei 0 Prozent beliess, reagierten viele Anleger erleichtert auf das Ausbleiben von Negativzinsen.
Für Sparer ändert dies jedoch nichts an der grundlegenden Tiefzinsproblematik. Sparkonten wurden per Ende Dezember im Durchschnitt mit lediglich 0,08 Prozent verzinst.
Viele Sparer gehen davon aus, dass der ausgewiesene Sparzins ihrem effektiven Vermögenswachstum entspricht. Diese Annahme greift jedoch zu kurz, denn zwei zentrale Faktoren werden oft ignoriert: Die Inflation reduziert nämlich die Kaufkraft des Geldes und Steuern belasten die Zinserträge zusätzlich.
Ein langfristiges Beispiel verdeutlicht die Problematik: Wer am 31. Dezember 1979 100 Franken auf ein Sparkonto einzahlte, würde auf Basis der kumulierten Sparzinsen bis Ende 2025 rund 213 Franken erwarten.
Die Realität fällt jedoch ernüchternd aus: Nach Abzug von Inflation und Steuern entspricht dieses Guthaben einer realen Kaufkraft von lediglich rund 84 Franken. Mit anderen Worten: Trotz scheinbarem Vermögenswachstum ging effektiv Kaufkraft verloren.
Negative Realzinsen als strukturelles Problem
Selbst in einem Niedriginflationsland wie der Schweiz sind negative Realzinsen kein Ausnahmefall, sondern über längere Zeiträume die Regel. Besonders deutlich wurde dies in den Jahren nach der Corona-Pandemie. In den Jahren 2021 und 2022 stieg die Inflation markant an. Die Sparzinsen reagierten aber nur verzögert und in deutlich geringerem Ausmass auf diesen Anstieg. Das Resultat war eine mehrjährige Phase negativer Realzinsen.
Das zentrale Risiko von Geld ist der schleichende Kaufkraftverlust. Während Kursschwankungen bei anderen Anlageklassen sichtbar sind, erfolgt die Entwertung auf dem Sparkonto leise und kontinuierlich. Gerade für langfristig orientierte Sparer ist dies problematisch, denn es gibt keine reale Vermögenszunahme und die Opportunitätskosten steigen mit der Zeit erheblich.
Konsequenz für Sparer
Das Beispiel zeigt deutlich: Selbst unter stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann das Halten von Cash langfristig zu realen Verlusten führen.
Für Sparer bedeutet das: Das Sparkonto eignet sich primär für Liquidität und Sicherheit, aber nicht für den Vermögensaufbau. Bereits konservative Anlagen können helfen, die Kaufkraft zu stabilisieren. Eine auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Anlagestrategie schützt vor Wertverlust, sichert Kaufkraft und eröffnet langfristig Chancen auf Vermögenswachstum. Um reale Renditen zu erwirtschaften, ist es für Sparer daher entscheidend, über Alternativen zum klassischen Sparkonto nachzudenken.
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