VZ Analyse
Der IPO von SpaceX hat neue Dimensionen eröffnet. Doch wie erfolgreich war er wirklich? Das VZ hat die Zahlen unter die Lupe genommen.
Publiziert 15. Jun 2026
Beschreibung
Während Wochen hatten Medien, Analysten und Anleger auf den Börsengang von Elon Musks Unternehmen SpaceX gewartet – am Freitag erfolgte das Debüt. Wie erwartet setzte der Börsenneuling neue Massstäbe, verfehlte jedoch in einigen Bereichen die historischen Bestmarken.
Diese Rekorde hat SpaceX geknackt
Nach dem ersten Handelstag weist SpaceX einen Börsenwert von 2,1 Billionen Dollar auf. Das hat bislang noch kein Unternehmen geschafft. Bisheriger Rekordhalter war Saudi Aramco, das nach dem ersten Handelstag eine Marktkapitalisierung von 1,88 Billionen Dollar aufwies.
Damit reiht sich SpaceX von Beginn weg in der Rangliste der wertvollsten Unternehmen auf Platz sieben ein, knapp hinter TSMC und deutlich vor Broadcom.
Auch beim Handelsvolumen katapultierte sich SpaceX in eine neue Dimension: Mit 84 Milliarden Dollar am ersten Handelstag wurde der bisherige Rekord – gehalten von Facebook (22 Milliarden Dollar) und Alibaba (21 Milliarden Dollar) – gleich um das Vierfache pulverisiert.
Mit dem Börsengang von SpaceX hat Gründer Elon Musk als erster Mensch ein Vermögen von mehr als einer Billion Dollar. Damit übertrifft er die nächstplatzierten Reichen um den Faktor drei und mehr.
Hinter Musk klassieren sich die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin. Als einizger Nicht-US-Amerikaner befindet sich der Franzose Bernard Arnault, Gründer von LVMH, in den Top Ten.
Diese Rekorde hat SpaceX nicht geknackt
Über 550 Millionen SpaceX-Aktien wechselten am Freitag den Besitzer. Das ist ein eindrücklicher Wert, aber nicht der höchste in der Geschichte der Tech-Börse Nasdaq – trotz des rekordhohen Handelsumsatzes. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Kaum ein anderes Unternehmen ging mit einem solch hohen Preis für die Aktie an die Börse.
Während SpaceX den Ausgabepreis bei 135 Dollar festlegte, lag dieser bei anderen grossen Tech-Titeln deutlich tiefer: Amazon verlangte beim Börsengang 18 Dollar je Aktie, die Facebook-Mutter Meta 38 Dollar. Dies ist auch der Grund, weshalb Meta etwas häufiger gehandelt wurde.
Der Kursgewinn von 19,2 Prozent am ersten Tag ist durchaus sehenswert, aber in der Geschichte der Nasdaq nur durchschnittlich. Zwischen 1980 und 2020 legten Titel, die neu an der Tech-Börse kotiert wurden, im Schnitt um 18,4 Prozent zu.
Während der Dot-Com-Bubble fiel die Entwicklung noch heftiger aus. In dieser Zeit legten neu kotierte Titel am ersten Handelstag im Schnitt um 60 Prozent zu.
Deutlich besser fällt die Bilanz für SpaceX aus, wenn man die Rendite vom Eröffnungskurs her berechnet. Hier erwirtschafteten Anleger in den vergangenen 40 Jahren eine Durchschnittsrendite von 1,4 Prozent. Bei SpaceX waren es immerhin 7 Prozent.
Wie es in den kommenden Wochen mit der Aktie weitergeht, ist schwierig einzuschätzen. Solange das Unternehmen keine Gewinne schreibt, kann es mit herkömmlichen Kennzahlen nicht beurteilt werden.
Grundsätzlich handelt es sich aber um einen Titel eines Unternehmens, von dessen Strategie ein Anleger langfristig überzeugt sein muss - ähnlich wie bei Tesla. Es wundert deshalb nicht, dass jüngst Gerüchte aufkamen, dass SpaceX und Tesla in naher Zukunft fusionieren könnten.
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