Das sind die Schweizer Top- und Flop-Aktien des Jahres

VZ Analyse

2025 war auch in der Schweiz ein starkes Börsenjahr. Ein Blick auf die Gewinner und die Verlierer zeigt, wo Anleger belohnt und wo sie enttäuscht wurden.

Publiziert 29. Dez. 2025

Autor

Roman Gfeller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Trotz geopolitischer Unsicherheiten, anhaltender Inflationsthemen, wechselnder Zinserwartungen sowie handelspolitischer Spannungen rund um die US-Zölle, zeigte die Schweizer Börse ein überdurchschnittliches Jahr. Der SMI legte inklusive Dividenden um 17,1 Prozent zu, der breiter abgestützte SPI folgte dicht dahinter mit einem Plus von 16,9 Prozent. 

Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich nun, welche Schweizer Aktien von diesem guten Lauf profitieren konnten - und mit welchen man Geld verlor. 

Biotech-Aktie bester Schweizer Titel

Betrachtet man den Gesamtmarkt, hebt sich eine Biotech-Aktie deutlich vom Rest ab. Idorsia verzeichnete in diesem Jahr eine aussergewöhnlich starke Kursentwicklung und legte rund 450 Prozent zu. Der Kurs stieg dabei innerhalb eines Jahres von 0.82 auf 4.47 Franken. 

Der starke Kursanstieg hatte vor allem einen Grund: Idorsia überlebte. 2025 nahm der Markt dem Unternehmen erstmals seit Jahren ab, dass die Finanzierung gesichert werden kann und eine Insolvenz nicht mehr unmittelbar droht. Gleichzeitig zeigte das wichtigste Medikament Quiviq bessere Verkaufsergebnisse, was zusammen mit dem tiefen Ausgangsniveau zu dieser starken Kursreaktion führte.

Doch auch ein weiterer stark gefallener Titel schaffte eine markante Erholung, getragen weniger von Wachstum als von der Hoffnung auf einen geordneten Neustart. Die verbliebene Firmenhülle der ehemaligen Hochdorf Holding legte stark zu, weil der Markt auf eine Sanierung statt auf einen Totalausfall setzte. 

Nach der finanziellen Schieflage und der Nachlassstundung wurde die ursprüngliche Gesellschaft praktisch wertlos und durch eine neue Einheit ersetzt. Die heutige Aktie HT5 steht für diese neu strukturierte Gesellschaft und verzeichnete eine Kursperformance von 266 Prozent, getragen von Fortschritten in der Restrukturierung und der Hoffnung auf einen geordneten Fortbestand.

Verlierer des Jahres: Rieter

Neben deutlichen Gewinner gab es auch einige Titel, welche deutliche Einbussen verbuchen mussten. Darunter gehört beispielsweise Meyer Burger, dessen Anteilsscheine 98 Prozent an Wert einbüssten. Die Aktie steht vor dem endgültigen Ende an der Schweizer Börse, nachdem das Unternehmen seine Berichtspflichten nicht erfüllt hat. Die Dekotierung soll am 14. Januar erfolgen. 

Rieter war neben dem Sonderfall Meyer Burger der schwächste Titel im SPI mit einer Jahresperformance von –68 Prozent. Die anhaltende Schwäche der globalen Textilindustrie, insbesondere die tiefe Investitionsbereitschaft der Kunden, drückte den Auftragseingang weiter nach unten. Restrukturierungs- und Sparmassnahmen konnten den fehlenden operativen Schwung nicht kompensieren, weshalb der Markt eine rasche Erholung nicht mehr einpreiste.

Holcim führt die besten SMI-Titel an

Holcim gehörte in der obersten Schweizer Börsenliga zu den stärksten Titeln und avancierte 79 Prozent. Dabei profitierte der Kurs von positiven operativen Zahlen und einem klaren strategischen Fokus profitierte. 

Ein wesentlicher Treiber war die im Juni abgeschlossene Abspaltung des nordamerikanischen Geschäfts in die neue, eigenständige Gesellschaft Amrize, deren Aktien an der SIX und in New York gelistet wurden. 

Durch diesen Spin-off konnte Holcim sich stärker auf seine Kernmärkte konzentrieren und den Marktwert seiner verbleibenden Aktivitäten hervorheben, während Amrize als spezialisierter Baustoffanbieter in Nordamerika eigene Wachstumschancen verfolgte.

Roche und Novartis profitierten davon, dass monatelange Unsicherheit um mögliche US-Zölle und Medikamentenpreise durch eine Einigung mit der US-Regierung deutlich abnahm, was insbesondere den Pharma-Sektor an der Schweizer Börse entlastete. 

Gleichzeitig sorgten positive Signale aus klinischen Studien und Fortschritte bei wichtigen Therapieprogrammen für gezielte Anlegerkäufe, da sie das langfristige Wachstumspotenzial der beiden grossen Schweizer Pharmakonzerne unterstrichen.

Sika am SMI-Ende

Sika war der schwächste Titel im SMI und verzeichnet aufs Jahr ein Minus von 24 Prozent, was den Baustoff- und Chemiekonzern zum Schlusslicht unter den Blue-Chips machte. Trotz stabiler Kernumsätze und globaler Marktpräsenz geriet der Aktienkurs unter Druck. 

Die Nachfrage in wichtigen Regionen wie China fiel schwächer aus, und das Unternehmen musste seine Umsatz- und Wachstumserwartungen für 2025 nach unten anpassen . Analysten nahmen wiederholt Kurszielsenkungen vor, was den Abwärtstrend weiter verstärkte und die Aktie deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurückfallen liess.

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