VZ Analyse
Der US-Dollar hat seit Jahresbeginn erneut an Wert eingebüsst. Anleger zweifeln an seiner Funktion als sicherer Hafen – und setzen vermehrt auf Alternativen wie Edelmetalle oder den Franken.
Publiziert 30. Jan. 2026
Beschreibung
Nach mehreren Monaten Seitwärtstrend hat der Dollar zuletzt erneut deutlich an Wert eingebüsst. In Marktkreisen heisst es, der "Debasement-Trade" habe wieder an Fahrt aufgenommen. Gegenüber dem Franken notiert der Greenback nur noch bei knapp 77 Rappen. Im Gegenzug bleiben Edelmetalle wie Gold und Silber gefragt, weil Investoren den Dollar vermehrt als sicheren Hafen infrage stellen und breiter diversifizieren.
US-Finanzminister Scott Bessent betonte am Mittwoch zwar, dass die USA grundsätzlich eine Politik des starken Dollars verfolgten. Präsident Trump relativierte dies jedoch, indem er sich mit der Dollarschwäche zufrieden zeigte: Sie sei «okay», da sie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft stärke.
Viele Ökonomen befürchten hingegen, dass die derzeitige Politik den USA auf längere Sicht schade. Ausländische Investoren zeigen sich zunehmend zurückhaltend, das hohe US-Staatsdefizit zu finanzieren. Sollten sie künftig höhere Zinsen fordern, könnten diese Belastungen die Vorteile eines schwächeren Dollars im Aussenhandel überwiegen.
In diesem Umfeld bleibt auch der Schweizer Franken gefragt. Die Schweiz gilt als politisch stabil, und der Franken profitiert von einer stabilitätsorientierten Geldpolitik sowie einer niedrigen Inflation. Die erneute Aufwertung erhöht jedoch den Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB). Sollte sich die Dollarschwäche verstärken, dürfte die SNB vermehrt am Devisenmarkt intervenieren. Allzu umfangreiche Käufe sind jedoch unwahrscheinlich, da die SNB vermeiden will, vom US-Finanzministerium als Währungsmanipulator eingestuft zu werden.
Eine abrupte Abwertung des Dollars ist zwar nicht zu erwarten. Solange die US-Regierung aber an ihrer zunehmend isolationistischen Ausrichtung festhält und die Neuverschuldung nicht eindämmt, dürfte sich die graduelle Schwächung des Greenbacks aber fortsetzen.