Burkhalter: Langweilig aber mit politischem Rückenwind

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Das Elektro- und Gebäudeinstallationsunternehmen Burkhalter kann ein Profiteur der Eigenmietwert-Abstimmung sein.

9. Okt. 2025

Beschreibung

Die Abschaffung des Eigenmietwerts markiert einen Wendepunkt für Eigentümer selbstbewohnter Immobilien. Mit der Änderung fällt auch die Möglichkeit weg, Unterhaltskosten steuerlich geltend zu machen. Dadurch entsteht ein kurzfristiger Anreiz, Sanierungs- und Unterhaltsarbeiten vorzuziehen. Burkhalter, als Anbieter gewerkübergreifender Gebäudetechnik-Dienstleistungen, dürfte direkt von dieser Entwicklung profitieren. Die Nachfrage nach energetischen Sanierungen und Modernisierungen wird durch die steuerlichen Änderungen und die Energiestrategie 2050 des Bundes zusätzlich befeuert.

Die Burkhalter Holding AG steht seit Jahren für Verlässlichkeit und Beständigkeit im Schweizer Markt für Gebäudetechnik. Mit über 5’300 Mitarbeitenden in 84 Gruppengesellschaften ist das Unternehmen an 166 Standorten präsent. Die jüngsten politischen Entscheidungen könnten dem trägen, aber beständigen Geschäftsmodell neue Dynamik verleihen. Das Unternehmen agiert ausschliesslich in der Schweiz und Liechtenstein und ist damit frei von Währungsrisiken und US-Zolldiskussionen.

Akquisitionen als Motor des Wachstums

Der Markt für Gebäudetechnik ist hart umkämpft, wobei Burkhalter einen Anteil von etwa 8 bis 10 Prozent hält. Das Unternehmen ist keine ausgefallene Wachstumsstory, sondern setzt auf gezielte Akquisitionen, um den Umsatz zu steigern. Seit dem Börsengang 2008 wurden 43 Unternehmen übernommen. Allein in den letzten beiden Jahren kamen sechs neue Gesellschaften hinzu. Das organische Wachstum orientiert sich am Schweizer BIP, während Umsatzsprünge durch Zukäufe erzielt werden. Die Akquisitionsstrategie ist klar strukturiert: Die Verkäufer müssen für mindestens fünf Jahre im Unternehmen bleiben und bei der Festlegung des Kaufpreises wird der angebotene Goodwill auf das Drei- bis Vierfache des Jahresgewinns begrenzt. So bleibt die Integration effizient und die Unternehmenskultur stabil.

Finanzielle Solidität und attraktive Ausschüttung

Mit einer Eigenkapitalquote von 28,8 Prozent und einem Nettoumsatz von erstmals über einer Milliarde Franken im Jahr 2024 präsentiert sich Burkhalter finanziell solide. Die EBIT-Marge von 5,9 Prozent ist im Branchenvergleich respektabel und unterstreicht die operative Effizienz. Margen werden nicht über Produkte, sondern ausschliesslich über die Effizienz erzielt. Besonders bemerkenswert ist die hohe Ausschüttungsquote: Rund 95 Prozent des Gewinns pro Aktie wurden in den letzten fünf Jahren als Dividende ausgezahlt. Für das Geschäftsjahr 2024 lag der Gewinn pro Aktie bei 5,39 Franken. Da keine ausserordentlichen Umsatzsteigerungen zu erwarten sind, die nicht über Akquisitionen getätigt werden, ist die Steigerung des Gewinns pro Aktie entscheidend für die Bewertung. Das Unternehmen geht davon aus, diese Kennzahl auch im Jahr 2025 steigern zu können.

Politische Weichenstellung als Wachstumstreiber

Die energetische Sanierung von Gebäuden wird in den kommenden Jahren ein zentraler Wachstumstreiber sein. Burkhalter hat 2024 eine eigene Fachgruppe Energie gegründet und leistet damit einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050. Die Verbindung von politischer Reform und nachhaltiger Entwicklung eröffnet dem Unternehmen zusätzliche Chancen, sich als führender Anbieter für energieeffiziente Gebäudetechnik zu positionieren.

Burkhalter ist ein Paradebeispiel für ein Schweizer Qualitätsunternehmen mit Fokus auf Stabilität und nachhaltige Wertschöpfung. Burkhalter ist kein Unternehmen für spektakuläres Wachstum, sondern erreicht eine gewisse Attraktivität mit kontinuierlichen Dividendenzahlungen, welche aktuell eine Rendite von 3,5 Prozent abwirft.

Trotzdem hat sich die Aktie in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt. Die Abschaffung des Eigenmietwerts und der steuerlichen Abzüge könnte dem „langweiligen“ Markt neue Dynamik verleihen. Die Aktie bleibt ein attraktives Investment für Anleger, die Wert auf Stabilität, kontinuierliche Dividenden und eine solide Bilanz legen. Politische Reformen und energetische Sanierungsprogramme bieten zusätzliche Chancen für die kommenden Jahre. Die Herausforderungen liegen im harten Wettbewerb und der Notwendigkeit, die Effizienz hochzuhalten, um die Margen zu sichern.

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