VZ Analyse
Dominieren einige Schwergewichte den Index, stellt sich die Frage, ob ein gleichgewichteter Ansatz langfristig robuster wäre? Ein Blick auf den Schweizer Aktienmarkt legt nahe: Diese Überlegung lohnt sich.
Publiziert 3. März 2025
Beschreibung
Die aktuelle Struktur des Swiss Performance Index (SPI) zeigt eine ausgeprägte Konzentration. Die drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé vereinen gemeinsam rund 40 Prozent des gesamten Indexgewichts auf sich. Diese hohe Konzentration auf wenige Titel bedeutet, dass sie den Index spürbar beeinflussen.
Eine gleichgewichtete Strategie verfolgt einen anderen Ansatz: Jedes Unternehmen wird unabhängig von der Marktkapitalisierung gleich gewichtet – jeweils mit 0,5 Prozent. Die Rendite verteilt sich so auf viele Schultern, nicht nur auf einige wenige Giganten.
Die unterschiedliche Gewichtungslogik bleibt nicht theoretisch, sondern zeigt sich deutlich in der tatsächlichen Wertentwicklung. Ein Blick auf die historische Mehrrendite der gleichgewichteten Strategie gegenüber dem SPI seit dem Jahr 2000 macht dies sichtbar.
Auf lange Sicht erzielte der SPI eine durchschnittliche Jahresrendite von 5,2 Prozent bei einer Volatilität von 16,4 Prozent, während die gleichgewichtete Strategie eine jährliche Rendite von 10,7 Prozent erzielte. Es bleibt zu beachten, dass bei der Konstruktion des gleichgewichteten Portfolios basierend auf der heutigen SPI Zusammensetzung basiert.
Was Anleger beachten müssen
Auch wenn die gleichgewichtete Methode höhere Renditen verspricht, gibt es derzeit keine Finanzprodukte, die diesen Ansatz beim SPI anwenden. Das mag unter anderem daran liegen, dass im SPI zahlreiche Titel enthalten sind, die im täglichen Handel zu wenig liquide sind, um eine entsprechende Position in einem ETF aufzubauen.
Als Ausweichvariante bietet sich etwa der Swiss Leader Index (SLI) an. Dieser Index umfasst die 30 grössten Schweizer Unternehmen und limitiert die Gewichtung eines einzelnen Titels auf 9 Prozent. Dies reduziert die Dominanz der drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé.
Ansonsten lohnt sich auch ein Blick in die USA. Beim marktbreiten S&P-500-Index existieren ebenfalls gleichgewichtete Varianten. Entsprechend wird jeder Titel theoretisch mit 0,2 Prozent ins Portfolio genommen. Aktuell bewegen sich die Gewichtungen der einzelnen Titel zwischen 0,05 und 0,51 Prozent. Das liegt daran, dass die Gewichtungen infolge von Kursveränderungen sich verschieben. Ein sogenanntes Rebalancing findet aus Kostengründen nur periodisch statt. Diese Faktoren erklären, weshalb es zwischen den Produkten zu Renditeunterschieden kommen kann. Alle grösseren ETF-Anbieter führen entsprechende Produkte in ihrem Angebot.
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