VZ Analyse
Millioneninvestitionen, neue Anlagen und ein wachsender Fokus auf den Sommertourismus sollen die Bergregionen fit für die Zukunft machen. Davon können auch Aktionäre profitieren.
1. Okt 2025
Beschreibung
Vor der nahenden Wintersaison investierten viele Bergbahnunternehmen kräftig in die Weiterentwicklung des Bergerlebnisses. Trotz eines Anstiegs der Besucherzahlen im letzten Winter um 18% zwingt der Klimawandel mit seiner steigenden Schneefallgrenze vor allem Betreiber von Liftanlagen und Hotels in mittleren Lagen bis rund 2000 Meter zum Umdenken. Winter wie im vergangenen Jahr, als Schnee fast gänzlich ausblieb, dürften künftig keine Ausnahme sein. Selbst die künstliche Beschneiung stösst zunehmend an ihre Grenzen – schlicht, weil die Temperaturen zu hoch sind.
Längst steht nicht mehr nur das klassische Wintervergnügen im Zentrum, sondern zunehmend auch der Sommertourismus. Besonders internationale Besucher, die die Alpen oft in wenigen Tagen bereisen, erwarten nicht nur effiziente Transporte, sondern auch Attraktionen auf höchstem Niveau. So haben die Jungfraubahn, die Titlisbahn oder auch die Lenzerheide Bergbahnen Millionenbeträge in neue Projekte investiert, um Besucher schneller und komfortabler auf die Gipfel zu bringen. Die V-Bahn, die schnellste Verbindung von Grindelwald auf das Jungfraujoch, ist bereits fertiggestellt. Das Titlis-Projekt umfasst 150 Millionen Franken für die Errichtung einer neuen Bergstation, während die Lenzerheide 15 Millionen Franken in den Ausbau der Beschneiungsinfrastruktur und in die Modernisierung der Talstation steckt.
Auch internationale Investoren haben die Attraktivität der Schweizer Bergregionen erkannt. So befinden sich Andermatt und Crans-Montana in den Händen des US-Konzerns Vail Resorts, des weltweit grössten Skigebietsbetreibers. Dem Unternehmen wurde zeitweise auch Interesse an Flims-Laax-Falera nachgesagt. Nun aber übernehmen, vorbehaltlich der Zustimmung der lokalen Gemeinden, diese selbst die Anlagen. Mit diesem Schritt soll die für die Region zentrale touristische Infrastruktur langfristig gesichert und ein weiterer Verkauf an ausländische Investoren verhindert werden. Der operative Betrieb verbleibt bei der Weissen Arena Bergbahnen AG, die die Anlagen pachtet und für Unterhalt sowie Betrieb verantwortlich bleibt.
Ein Blick auf die Aktienkurse zeigt, dass bei den meisten Bergbahnunternehmen weiterhin Potenzial besteht. Experten gehen davon aus, dass der weltweite Tourismus mit steigendem Wohlstand weiter wachsen wird. Ströme erlebnishungriger Reisender, die bereit sind, für unvergessliche Momente tief in die Tasche zu greifen, sichern den Destinationen eine erfreuliche Perspektive.
Die Zukunft der Bergbahnen hängt damit nicht nur von Investitionen in moderne Anlagen ab, sondern ebenso von ihrer Fähigkeit, sich an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen und neue Zielgruppen zu gewinnen. Gelingt dieser Spagat zwischen Tradition und Innovation, dürften die Schweizer Bergdestinationen auch in den kommenden Jahren ihre starke Stellung im internationalen Tourismus behaupten.
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