VZ Analyse
Künstliche Intelligenz, Edelmetalle oder europäische Aktien: Welche Anlageklassen und welche Sektoren bieten im neuen Jahr Renditechancen?
Publiziert 29. Dez. 2025
Beschreibung
Wenn man die Prognosen der grossen Institute anschaut, zeichnet sich für die kommenden Monate ein moderates, aber insgesamt solides globales Konjunkturbild ab. Gemäss Konsensschätzungen dürfte die Weltwirtschaft um rund 3 Prozent wachsen.
In den USA erwarten Ökonomen ein BIP-Wachstum von etwa 1,8 Prozent, getragen von einem robusten Konsum und Investitionen. In Europa bleibt das Wachstum trotz struktureller Herausforderungen stabil. Für die Schweiz wird hingegen ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent erwartet. Die Senkung der US-Zölle auf Schweizer Produkte hat die Aussichten für direkt betroffene Branchen und Unternehmen jedoch spürbar verbessert.
Schwellenländer wie Indien und China dürften auch im nächsten Jahr überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen, auch wenn sich die Dynamik leicht abschwächt. Investitionen in künstliche Intelligenz und Digitalisierung stützen dabei vor allem den hiesigen Technologiesektor.
Setzt sich die Börsenhausse fort?
Das abgelaufene Börsenjahr war vielerorts von Allzeithochs und zweistelligen Renditen an den Aktienmärkten geprägt. Gleichzeitig kühlte sich der US-Arbeitsmarkt ab, was der dortigen Notenbank für das neue Jahr weiteren Spielraum für Zinssenkungen eröffnet. Gemeinhin wird mit mindestens zwei weiteren Zinsschritten gerechnet. Lockerere Finanzierungsbedingungen dürfte auch die Kapitalmärkte unterstützen.
Entsprechend sehen viele Analysten auch für 2026 weiterhin attraktives Ertragspotenzial an den globalen Aktienmärkten, wenngleich die Renditen voraussichtlich nicht ganz so hoch wie 2025 ausfallen dürften.
Am Schweizer Aktienmarkt ist zwar keine Euphorie zu beobachten, die Gesamtbeurteilung fällt jedoch positiv aus. Der hohe Anteil qualitativ hochwertiger, defensiv positionierter Unternehmen verleiht dem Markt Stabilität. Zudem entfällt für Schweizer Anlegerinnen und Anleger zu einem grossen Teil das Fremdwährungsrisiko, das andernorts einen erheblichen Teil der Rendite schmälern kann.
An der Börse dürfte das dominierende Thema die Künstliche Intelligenz bleiben. Die grossen US-Technologiekonzerne investieren weiterhin massive Summen in KI-Infrastruktur. Die Berichtssaison zum dritten Quartal 2025 hat gezeigt, dass dieses hohe Investitionstempo anhalten dürfte. Sollte sich der KI-Boom fortsetzen, wird insbesondere der amerikanische Aktienmarkt davon profitieren.
Gleichzeitig nahm im Verlauf des Jahres 2025 die Skepsis gegenüber den hohen Bewertungen von US-Aktien, insbesondere im Technologiesektor, zu. Für eine breitere Diversifikation bieten deshalb die europäischen Aktienmärkte sowie Schwellenländer attraktive Chancen.
Für Europa sprechen eine sinkende Inflation, ein tieferes Zinsniveau und staatliche Investitions- und Unterstützungsprogramme. Allerdings müssen die Unternehmen erst unter Beweis stellen, dass sie ihre Ertragskraft nachhaltig steigern können. 2025 war für den Stoxx Europe 600 bereits das dritte Jahr in Folge ohne nennenswertes Gewinnwachstum der Unternehmen.
Die Schwellenländer entwickelten sich bereits 2025 besser als viele Industrieländer. Neben attraktiven Bewertungen profitieren sie von fallenden US-Zinsen und einem schwächeren US-Dollar, was den dortigen Zentralbanken Zinssenkungen ermöglicht und die Konjunktur stützt. Zudem zählen Unternehmen aus China, Taiwan und Südkorea in den Bereichen KI und Rechenzentren zur Weltspitze. Auch sie profitieren von einer allfälligen Fortsetzung des KI-Booms im neuen Jahr.
Setzen Edelmetalle ihre Rally fort?
Zu den grossen Gewinnern des Jahres 2025 zählten Edelmetalle. In der Handelswährung Dollar gerechnet legte Gold um 71 Prozent zu, Silber sogar um 141 Prozent.
Geopolitische Spannungen sowie die Abhängigkeit vieler Staaten vom Dollar, haben Zentralbanken dazu veranlasst, ihre Goldreserven weiter auszubauen. Entsprechend blieb die Nachfrage hoch. Da die geopolitischen Risiken auch im neuen Jahr erhöht bleiben, könnte Gold weiter an Bedeutung gewinnen.
Sollte US-Präsident Trump die Unabhängigkeit der US-Notenbank weiter infrage stellen, dürfte Gold US-Staatsanleihen verstärkt als sicherer Hafen Konkurrenz machen. Zudem gewinnt das Edelmetall als Diversifikationsinstrument gegenüber Staatsanleihen an Attraktivität. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund steigender Staatsverschuldung und der Suche nach einer "harten" Währung mit begrenztem Angebot.
Für Silber spricht im kommenden Jahr zusätzlich ein strukturelles Angebotsdefizit. Die Nachfrage steigt aufgrund der zunehmenden Verwendung in wachstumsstarken Sektoren wie Photovoltaik, Batterietechnologie und Halbleitern für künstliche Intelligenz. Gleichzeitig stagniert die Minenproduktion seit Jahren, wodurch das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann.
Allgemein dürfte die Nachfrage nach Industriemetallen weiter zunehmen. Der Bedarf an Kupfer und anderen Metallen wird im Zuge der Energiewende in den kommenden Jahren deutlich steigen, während das Angebot nur langsam ausgeweitet werden kann. In den vergangenen Jahren wurde vergleichsweise wenig in die Erschliessung neuer Vorkommen investiert.
Die handelspolitischen Abwärtsrisiken haben mit den erzielten Handelseinigungen sowie der Annäherung zwischen den USA und China deutlich abgenommen. Zwar bleiben geopolitische Unsicherheiten bestehen, doch dürften sie in den meisten Fällen nur begrenzten Einfluss auf die globale Wirtschaftsentwicklung haben. Da auch 2026 niemand über eine Glaskugel verfügt, bleibt ein breit diversifiziertes Portfolio zentral für den langfristigen Anlageerfolg.
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