VZ Analyse
Vermögensverwalter haben ihre Aktienfavoriten erkoren. Unter den meistgenannten Titeln tauchen auch Aktien auf, die 2025 deutliche Kursverluste erlitten haben.
Publiziert vor 7 Stunden
Beschreibung
Wenn immer ein neues Jahr vor der Tür steht, erfreut sich die Finanzbranche an Prognosen – sei es in Bezug auf Indexstände per Ende Jahr oder die Nennung von Aktienfavoriten, die in den kommenden zwölf Monaten besonders viel Rendite abwerfen sollen.
Auch für 2026 haben Broker und Vermögensverwalter ihren Kunden Anlagen empfohlen, die ihnen Erträge sichern sollen. Zu den meistgenannten Titeln gehören dieses Mal:
ASML (Niederlande)
Das niederländische Hightech-Unternehmen ASML ist weltweit der wichtigste Zulieferer für die Halbleiterindustrie. Zwar stellt das Unternehmen keine eigenen Chips her, fertigt aber hoch komplexe Maschinen, die für die Fertigung solcher Chips benötigt werden. In der Branche dieser Lithografiesysteme hat ASML mit einem Marktanteil von 90 Prozent ein Quasi-Monopol. Zu den wichtigsten Kunden gehören Halbleiter-Giganten wie TSMC, Intel und Samsung.
Die Argumente der Vermögensverwalter:
Globaler Leader in der fortgeschrittenen Lithografie, anhaltender Rückenwind durch die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Nachfrage nach Chips sowie zusätzliche technologische Fortschritte.
Novo Nordisk (Dänemark)
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk kennt die Höhen und Tiefen des Aktienmarkts aus eigener Erfahrung. Mit dem Hype der Abnehmspritzen vervielfachte sich der Aktienkurs bis auf über 1000 dänische Kronen - womit das Unternehmen auch das wertvollste von Europa wurde. Mit der zunehmenden Konkurrenz kollabierten die Notierungen jedoch. Heute wird der Titel zu einem Drittel des Allzeithochs gehandelt. Jüngste Erfolge wie die US-Zulassung von Pillen zum Abnehmen haben der Aktie wieder leichten Auftrieb verliehen.
Die Argumente der Vermögensverwalter:
Klarer Leader im Bereich von GLP-1s für Diabetes und Übergewicht, Aussicht auf weiteres hohes Wachstum, Ausweitung der Medikamenten-Pipeline und robuste hohe Margen.
LVMH ( Frankreich)
Der französische Luxusgütergigant LVMH hat in den vergangenen Jahren in Bezug auf die Kursentwicklung die beiden Schweizer Konkurrenten Richemont und Swatch Group deutlich hinter sich gelassen. Das liegt unter anderem daran, dass LVMH nicht nur auf Uhren und Schmuck setzt, sondern auch in anderen Bereichen wie Handtaschen eine starke Position einnimmt. Zuletzt hatten die Titel wegen den US-Zöllen und der unsicheren Entwicklung der chinesischen Wirtschaft gelitten. Aufs Jahresende hin erholten sich die Titel wenigstens auf das Niveau von Anfang 2025.
Die Argumente der Vermögensverwalter:
Globale Krisenfestigkeit des Luxussektors, insbesondere in China, starke Preissetzungsmacht über alle Produktkategorien hinweg.
SAP (Deutschland)
Der deutsche Softwarehersteller SAP gilt als das Vorzeigemodell eines deutschen Tech-Konzerns. Das Kernprodukt ist ein Programm, das Firmen ermöglicht, alle zentralen Geschäftsprozesse in einem einzigen integrierten System zu steuern. Vor wenigen Jahren hat SAP zudem begonnen, sich vom Software-Lizenzgeber zum Cloud-Anbieter zu wandeln. Nach starken Renditejahren 2023 und 2024 büsste die Aktie in den letzten zwölf Monaten rund 12 Prozent ein.
Die Argumente der Vermögensverwalter:
Fortsetzung der Transformation zu cloud-basierter Unternehmenssoftware, starke wiederkehrende Einnahmen und operative Hebelwirkung.
Shell (UK / Niederlande)
Das britisch-niederländische Unternehmen Shell gehört zu den grössten Energiekonzernen der Welt. Seit einiger Zeit befindet sich Shell in der Transformation von einem klassischen Mineralölunternehmen zu einem breiter aufgestellten Anbieter für Energie und kohlenstoffarme Lösungen. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Aktienkurs jedoch nicht mehr gross bewegt.
Die Argumente der Vermögensverwalter:
Attraktive Renditen für Aktionäre dank hohen Dividenden, Diversifizierung des Energieportfolios und ein ausgewogenes Investment in die Energiewende.
Weitere Titel, die immer wieder von Vermögensverwaltern als Kaufgelegenheiten gesehen werden, sind:
- AstraZeneca (UK): Innovative Biopharma-Pipeline, stabiler Cashflow
- Schneider Electric (Deutschland): Wette auf Elektrifizierung und Automatisierung
- Siemens (Deutschland): Leader in der industriellen Digitalisierung
- Ferrari (Italien): Gut laufende Markenstory im Luxus- und Premiumsegment
- Adyen (Niederlande): Anhaltendes Wachstum im Bereich der Zahlungstechnologie
Ob diese Aktienfavoriten tatsächlich eine Mehrrendite zum Markt erbringen, wird sich erst in zwölf Monaten zeigen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass solche "Kristallkugeln" oftmals wenig werthaltig sind. Dennoch können solche Favoriten für jene Anlegerinnen und Anleger eine Inspiration sein, die ein Zweit-Depot mit Einzeltiteln bewirtschaften.
Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, den Markt mit einigen wenigen Titeln zu schlagen, äusserst klein, was Studien immer wieder zeigen. Anleger fahren deshalb deutlich besser, wenn sie die globalen Aktienmärkte breit diversifiziert mit einem kostengünstigen ETF abdecken.
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