Auf diese Nebenwerte setzen Schweizer Fondsmanager

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VZ Analyse

Die grössten Wetten der Profis: Ein Blick in die Portfolios grosser Fonds zeigt überraschende Favoriten – und einige auffällige Verschiebungen.

Publiziert 20. Mai 2026

Autor

Thomas Züttel

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Fondsmanager sind verpflichtet, ihre grössten Positionen regelmässig offenzulegen. Dabei handelt es sich typischerweise um jene Aktien, denen sie das höchste Kurspotenzial beimessen.

Das VZ hat anhand der letzten verfügbaren Daten per Ende März ausgewertet, in welche Titel fünf grosse Aktienfonds für Schweizer Nebenwerte investiert sind. Jeder dieser Fonds verwaltet mehr als 750 Millionen Franken. Weitere Fonds dieser Grössenklasse blieben unberücksichtigt, da sie ihre Positionen entweder nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung publizieren.

Der Aufsteiger: Galderma

Galderma ist ein Pharmaunternehmen mit Fokus auf Dermatologie. Seit dem Börsengang vor rund zwei Jahren hat sich der Börsenkurs nahezu verdreifacht. Mittlerweile erreicht Galderma eine Marktkapitalisierung von fast 40 Milliarden Franken – und wird damit auch als möglicher Kandidat für einen Aufstieg in den SMI gehandelt. Im SPI Extra ist Galderma mit rund 6,4 Prozent Gewicht zur zweitgrössten Position aufgestiegen, knapp hinter Sandoz.

Bemerkenswert ist: Alle fünf untersuchten aktiven Fonds sind in Galderma übergewichtet – trotz bereits hoher Indexgewichtung. Für drei Manager zahlte sich diese Positionierung in den letzten zwölf Monaten aus. Sie waren bereits vor einem Jahr übergewichtet. Ein Fonds hielt Galderma vor 12 Monaten ungefähr auf Indexniveau; lediglich ein Manager kaufte erst später zu.

Bleibt der Börsenkurs bis in den Sommer stabil, ist Galderma ein aussichtsreicher Kandidat für einen Indexaufstieg – auch weil neben der Marktkapitalisierung (der frei handelbare Anteil) das gehandelte Volumen eine wesentliche Rolle spielt und diese bei Galderma ebenfalls hoch ist.

Der Grösste: Sandoz

Beim zweiten SMI-Anwärter Sandoz gehen die Einschätzungen deutlich auseinander. Ein Fondsmanager hält gar keine Position in Sandoz – weder heute noch vor einem Jahr. Zwei weitere Manager sind untergewichtet und nur zwei sind übergewichtet.

Mit 7,3 Prozent Indexgewicht wird es für aktive Manager allerdings zunehmend schwierig, eine stark positive Überzeugung abzubilden: Viele Portfolios begrenzen Einzelpositionen bei etwa 10 Prozent, was den Spielraum für zusätzliche Käufe einschränkt – selbst wenn die Aktie als attraktiv eingeschätzt wird.

Fusioniert: Helvetia Baloise

Im Frühjahr 2025 wurde die Fusion der beiden Versicherungsgesellschaften Helvetia und Baloise angekündigt. Am 5. Dezember 2025 war der letzte Börsentag der Baloise; die Aktien von Helvetia firmieren seither unter dem Namen Helvetia Baloise.

Per Ende März 2025 – also noch vor der Fusionsankündigung – hielten alle fünf Fondsmanager Positionen in Baloise, und vier waren in Helvetia engagiert. Heute sind alle fünf Fonds in Helvetia Baloise investiert. Auffällig dabei: Zwei Manager sind marktgewichtet, drei haben den Titel übergewichtet. Das deutet darauf hin, dass aktive Fondsmanager der kombinierten Gesellschaft durchaus Potenzial zutrauen.

Gleichzeitig fällt auf: Die Übergewichtungen in Baloise waren vor einem Jahr deutlich ausgeprägter. Helvetia wurde damals nur von einem Manager klar übergewichtet.

Der Absteiger: Sonova

Sonova fiel im letzten September aus dem SMI. Mit etwas über 10 Milliarden Franken Börsenwert gehört das Unternehmen zwar weiterhin zu den grösseren Titeln im SPI Extra, doch reicht es per Ende März nur noch auf Rang 13 im Index.

Das Bild bei den aktiven Fonds passt dazu: Alle fünf halten Sonova, aber nur bei zwei Managern ist die Aktie noch unter den Top 10 der grössten Positionen. Deutlich übergewichtet sind ebenfalls nur zwei. Sonova bleibt somit präsent, die Fondsmanager sind insgesamt aber nicht übermässig positiv gestimmt.

Zurückgefallen: Julius Bär

Signifikant reduziert wurden die Positionen bei Julius Bär. Im Index sank das Gewicht von 3,9 auf 3,2 Prozent. Vor einem Jahr waren alle fünf Fondsmanager übergewichtet. Mittlerweile hält nur noch ein Manager ein deutlich höheres Gewicht, einer ist untergewichtet, und drei sind neutral positioniert. Zudem figuriert Julius Bär nur noch bei drei Fonds in den Top-10-Positionen.

Das legt nahe: Die Manager schreiben der Aktie derzeit insgesamt weniger Potenzial zu als noch vor zwölf Monaten.

Fazit

Die Auswertung zeigt eine klare Asymmetrie: Galderma wird von allen fünf Managern konsistent übergewichtet und bleibt der auffälligste Konsenstitel. Sandoz spaltet die Lager – trotz Indexdominanz. Bei Helvetia Baloise ist die Bereitschaft zur Übergewichtung vorhanden, jedoch weniger einheitlich als bei Galderma. Sonova bleibt zwar in vielen Portfolios, wird aber nicht mehr durchgehend als Top-Holding behandelt. Und Julius Bär ist der deutlichste Fall einer abnehmenden Überzeugung.

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