VZ Analyse
Die US-Berichtsaison zum vierten Quartal 2025 ist im vollen Gange. Tesla, Meta, Microsoft, Apple und United Health haben ihre Bücher geöffnet.
Publiziert 2. Febr. 2026
Beschreibung
Die Zahlen zum Schlussquartal des vergangenen Jahres offenbaren einen gemeinsamen Nenner: Die KI-Investitionen nehmen weiter zu. Die Reaktionen an der Börse fielen dennoch gemischt aus.
Teslas Wachstum reisst ab
Tesla übertraf im vierten Quartal zwar die Erwartungen, verzeichnete im Gesamtjahr jedoch einen Umsatzrückgang von 3 Prozent. Der Nettogewinn brach um 61 Prozent ein, belastet durch stark steigende Kosten für KI-, Autonomie- und Robotikprojekte. Als Konsequenz beendet Elon Musk die Produktion der Modelle S und X und richtet das Werk Fremont auf den humanoiden Roboter Optimus aus. Das Energie- und Servicegeschäft stabilisierte zwar die Zahlen, bleibt jedoch zu klein, um die Schwäche im Autosegment auszugleichen. Insgesamt zeigen die Zahlen ein Unternehmen im Übergang: kurzfristig belastet von Margendruck und rückläufigen Autoverkäufen, strategisch jedoch auf eine kapitalintensive Wette auf neue Ertragsquellen ausgerichtet. Die Aktien verloren rund 3 Prozent an Wert nach der Publikation.
Mehr KI-Investitionen bei Meta und Microsoft
Meta überzeugte im vierten Quartal mit soliden Zahlen. Ein Umsatzwachstum von 24 Prozent, nahezu vollständig getragen vom hochprofitablen Werbegeschäft, steht unter dem Strich. Der positive Ausblick unterstreicht die anhaltend robuste Nachfrage und verschafft dem Konzern erheblichen finanziellen Spielraum. Dies nutzt Meta, um seine KI-Investitionen aus dem laufenden Cashflow massiv auszuweiten: Für 2026 sind Kapitalkosten von bis zu 135 Milliarden Dollar geplant – trotz anhaltend hoher Verluste im Reality-Labs-Segment. Meta finanziert seine KI-Wette damit aus operativer Stärke, ohne das Kerngeschäft kurzfristig unter Margendruck zu setzen. Metas Aktien avancierten über 10 Prozent nach der Veröffentlichung.
Microsoft übertraf ebenfalls die Erwartungen. Der Umsatz stieg um 16,7 Prozent, während sich das Wachstum bei Azure auf 39 Prozent verlangsamte und die Bruttomarge auf ein Drei-Jahres-Tief fiel. Gleichzeitig explodierten die Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur, was die Profitabilität spürbar belastet. Zwar sorgt ein stark wachsender Auftragsbestand – massgeblich gestützt durch OpenAI – für langfristige Visibilität, doch Microsoft finanziert seine KI-Strategie über massiv steigende Kapitalausgaben und nimmt im Gegensatz zu Meta bewusst kurzfristige Margeneinbussen in Kauf. An der Börse wurde dieses Vorgehen nicht honoriert. Die Anteilsscheine verloren am Tag nach der Publikation 10 Prozent an Wert.
United Health: historischer Umsatzrückgang und schwacher Ausblick
Das Gesundheitsunternehmen übertraf die Gewinnerwartungen knapp, musste jedoch erstmalig seit 1989 einen Umsatzrückgang hinnehmen. Entsprechend reagierte die Börse: Mit einem Rückgang von knapp 20 Prozent steht ein äusserst verlustreicher Handelstag zu Buche. Auch im Ausblick positionierte sich United Health vorsichtig. Für 2026 stellt der Konzern erstmals seit einem Jahrzehnt einen Umsatzrückgang in Aussicht, klar unter den Markterwartungen. Gründe sind Portfolioverkäufe sowie regulatorische Belastungen im Medicare-Geschäft. Zwar stabilisierte sich die Kostenentwicklung zuletzt, doch der Umbau dürfte Zeit brauchen und belastet kurzfristig die Profitabilität.
Apple: iPhone trägt das Quartal
Apple übertraf im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2025/26 die Erwartungen klar und profitierte von einer Erholung im iPhone-Geschäft. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 143,8 Milliarden Dollar, während die iPhone-Erlöse um 23 Prozent zulegten, getragen von hoher Nachfrage nach den neuen Modellen und einer überraschend starken Entwicklung in China. Dort sprangen die Umsätze um 38 Prozent, was hauptsächlich zum Wachstum beitrug.
Schwächer entwickelten sich Mac- und Wearables-Umsätze, während das Servicegeschäft mit 14 Prozent Wachstum stabil blieb. Für das laufende Quartal stellte Apple ein Umsatzwachstum von bis zu 16 Prozent in Aussicht, verwies jedoch auf mögliche Lieferengpässe beim iPhone. Bei KI bleibt Apple vergleichsweise zurückhaltend und setzt primär auf Investitionen in Forschung und Entwicklung statt auf massive Infrastrukturprojekte. Die Aktie von Apple verlor im frühen Handel am Freitag 1,5 Prozent.
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