Allzeithochs, Fed-Pause und ein rekordstarker Franken

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VZ Marktrückblick: Januar

Die US-Notenbank legt eine Zinspause ein, während Technologiewerte mit KI-Investitionen die Aktienmärkte antreiben. Der Franken erreicht neue Rekordstände gegenüber Euro und Dollar. US-Präsident Trump hält die Märkte derweil mit geopolitischen, handelspolitischen und geldpolitischen Aussagen in Atem.

Publiziert 2. Febr. 2026

Autor

Andreas Paciorek

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Die Aktienmärkte starteten stark und mit neuen Rekordhochs ins neue Jahr. Der S&P 500 überschritt zeitweise erstmals die Marke von 7000 Punkten, getragen vor allem von grossen Technologiekonzernen. Anleger bewerten hohe KI-Ausgaben weiterhin positiv, solange klare Renditeperspektiven bestehen. 

Gleichzeitig trennt sich zunehmend die Spreu vom Weizen: Während Alphabet, der Chipfertiger TSMC und der europäische Champion ASML neue Allzeithochs markierten, belasteten bei Microsoft hohe KI-Kosten und ein nachlassendes Cloud-Wachstum die Stimmung. 

Auch der SMI erreichte zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch. Neben weiteren Kurszuwächsen bei den beiden Pharmaschwergewichten Novartis und Roche konnten auch ABB, Partners Group und Swisscom dazu beitragen. 

Der Industriekonzern ABB legte nach der Veröffentlichung der neusten Erfolgszahlen stark zu. Gesteigerte Kundenvermögen in einem schwierigen Umfeld führten zu positiven Reaktionen bei Partners Group und Swisscom kündigte an, ab April höhere Preise für Telefonie- und Internetabos zu verlangen. 

Auch die europäischen Börsen markierten neue Höchststände. Der Stoxx Europe 600 überschritt die Marke von 600 Punkten, getragen insbesondere von Technologie- und Rüstungswerten. Mit zwischenzeitlichen Androhungen neuer Strafzölle gegen europäische Handelspartner (im Kontext Grönlands), Angriffen auf Fed-Chef Powell sowie einer impliziten Befürwortung eines schwächeren Dollars sorgte US-Präsident Trump jedoch erneut für Unsicherheit. 

Trotz einer kurzfristigen politischen Einigung im Senat konnte ein drohender Teil-Shutdown der US-Regierung nicht rechtzeitig abgewendet werden und trat zum Monatsende in Kraft.

Fed pausiert 

Die US-Notenbank beliess den Leitzins nach drei Senkungen in Folge bei 3,50 bis 3,75 Prozent und signalisiert eine möglicherweise längere Zinspause. Fed-Chef Jerome Powell betonte die Stabilisierung des Arbeitsmarkts und sieht den Leitzins inzwischen nahe am neutralen Niveau. Zusätzlich sorgte die Nominierung von Kevin Warsh durch US-Präsident Trump als möglicher neuer Fed-Vorsitzender für Aufmerksamkeit: Der frühere Fed-Gouverneur gilt als vergleichsweise geldpolitisch restriktiv, was kurzfristig den Dollar stützte und Gold unter Druck brachte.

Starker Franken 

Der Dollar fiel im Januar auf ein Rekordtief von rund 76 Rappen, da Anleger seine Rolle als sicheren Hafen zunehmend hinterfragen und angesichts hoher US-Defizite sowie politischer Unsicherheit breiter diversifizieren. Auch der Euro wertete gegenüber dem Dollar zeitweise bis auf annähernd 1.21 Dollar auf – den höchsten Stand seit 2021 –, fiel jedoch gegenüber dem Franken auf ein Rekordtief von 91.50 Rappen. 

Der Franken profitiert weiterhin klar von seiner Rolle als sicherer Hafen. Handelsgewichtet wertete er sich seit Jahresbeginn um 1,8 Prozent auf. Falls diese Tendenz anhält, dürfte die Schweizerische Nationalbank wieder vermehrt am Devisenmarkt intervenieren. Negativzinsen sind hingegen nicht zu erwarten. 

Demgegenüber korrigierten Gold und Silber nach nahezu täglichen Rekordständen gegen Monatsende deutlich: Gold fiel nach einem Hoch bei rund 5595 Dollar je Feinunze innerhalb eines Tages zeitweise bis auf 4700 Dollar, Silber brach sogar um rund 30 Prozent ein – ein mögliches Indiz dafür, dass die fahnenstangenartige Rally zunehmend kurzfristige Spekulanten angezogen hat.

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