Aktien und Gold auf Rekordhoch: Wie geht das?

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VZ Analyse

Es kommt nicht häufig vor, dass Aktien und Gold im Gleichschritt immer höher klettern. Dafür gibt es allerdings gute Gründe.

Publiziert 13. Jan. 2026

Autor

Christoph Sax

Funktion Anlagechef

Beschreibung

Seit einiger Zeit steigen an den Finanzmärkten Aktien und  Gold praktisch im Gleichschritt. Heute kletterte der Goldpreis zum ersten Mal bis gegen 4600 Dollar. Gleichzeitig liegen auch Börsenbarometer wie der Swiss Market Index (SMI), der deutsche DAX oder der US-amerikanische S&P 500 auf Allzeithoch. 

Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich, wie das möglich ist. Denn oftmals wird Gold dem Portfolio als Krisenschutz beigemischt – gerade auch, weil die Korrelation zwischen den beiden Anlageklassen in der Regel äusserst klein ist. 

Doch was ist nun 2026 anders? 

Dieses Mal sind es nicht die gleichen Treiber, welche die Preise für Aktien und Gold bewegen. Jede der beiden Anlageklassen profitiert von unterschiedlichen Umständen. Das führt zur ungewöhnlichen Konstellation, dass für beide Anlageklassen gute Gründe für den Rekordlauf vorliegen:  

Gründe für die Gold-Hausse

  1. Das Vertrauen in Fiat-Währungen hat abgenommen, insbesondere in den Dollar.
  2. Schwellenländer versuchen, sich vom Dollar zu lösen – was aber gar nicht so einfach ist. Denn der Dollar ist nicht nur den Aktienmärkten dominant, sondern auch im Obligationenhandel und im internationalen Zahlungsverkehr
  3. Die mangelnde Finanzdisziplin in der westlichen Welt: Die Staatschulden, die in Fiat-Währungen finanziert werden, steigen weiter, und die Inflation (vor allem in den USA) bleibt erhöht.
  4. Die USA wollen ihre Staatschulden über finanzielle Repression eindämmen. Sie streben deshalb ein hohes nominales Wachstum mit moderat erhöhter Inflation, tiefen Zinsen und relativ hohen Defiziten an. 

Gründe für die Aktien-Hausse

  1. Die hohen Staatsausgaben stützen die Konjunktur. Das Umfeld bleibt deshalb vor allem für die grossen börsenkotierten Unternehmen freundlich. Ihre Gewinne steigen kräftig.
  2. Die erhöhte Inflation bläht das Gewinnwachstum der US-Unternehmen, die an der Börse dominant sind, tendenziell auf.
  3. Auch der technologische Fortschritt treibt die Kurse – insbesondere der KI-Boom im Technologiesektor sowie die Anwendung von KI in anderen Branchen wie der Medikamenten-Entwicklung im Pharmabereich, die immer mehr an Fahrt aufnimmt. 

Wie immer lässt sich kaum prognostizieren, wie lange dieser Gleichschritt anhält. Die meisten der genannten Gründe sind jedoch strukturell, und dürften – wenn man davon ausgeht, dass nicht demnächst ein externer Schock eintritt  – so schnell nicht verschwinden. 

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