Aktien Schweiz: SMI steigt auf Rekordhoch - Blick auf US-Inflationsdaten

vor 7 Stunden

Beschreibung

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einem verhaltenen Start zunehmend Fahrt aufgenommen und ist auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Und dies, obwohl die Nervosität der Marktteilnehmer zugenommen habe, was sich auch im gestiegenen Volatilitätsindex VSMI zeige, sagt ein Händler. Ein anderer Börsianer verweist zudem auf die KI-Sorgen, die sich täglich eine neue Branche suchten. So war nach Software, Technologie, Versicherungen und Banken zuletzt auch der als "KI-resistent" geltende Logistiksektor unter Druck geraten. Die Onlinebank Swissquote spricht dabei von einem "Angst selloff" ("Angstverkauf").

Nun warten die Händler auf die US-Inflationszahlen, die um 14.30 Uhr veröffentlicht werden. Diese sind wichtig für die Geldpolitik der US-Notenbank und können die Zinssenkungserwartungen stark beeinflussen. Die Inflation war in den letzten Monaten deutlich zu hoch, um weitere Zinssenkungen der Fed zu ermöglichen, meint ein Analyst. Erwartet wird ein leichter Rückgang der Teuerung auf 2,5 Prozent. Damit würde sich die Inflation der Zielmarke der US-Währungshüter von 2 Prozent annähern. Bereits bekannt ist die Schweizer Inflation. Diese verharrte im Januar bei +0,1 Prozent. Gegenüber dem Vormonat lagen die Preise im Januar 2026 im Durchschnitt gar etwas tiefer.

Der SMI notiert gegen 11.00 Uhr um 0,58 Prozent höher auf 13'608,60 Punkten und leicht unter dem kurz vorher erreichten Rekordhoch von 13'626,59. Der SMI steuert auch auf eine positive Wochenbilanz zu. Vor einer Woche beendete der SMI den Handel bei 13'503 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI gewinnt 0,71 Prozent auf 2158,91 Punkte und der breite SPI 0,56 Prozent auf 18'778,16 Zähler. 26 SLI-Titel ziehen an und vier geben nach.

Im Fokus stehen die Aktien von Kühne + Nagel (+0,4%), deren Kurs kräftig schwankt. Nach einem Minus von 13 Prozent am Vortag setzte der Logistikwert zu einer Gegenbewegung an, hat diese Gewinne dann aber wieder hergegeben und ist vorübergehend wieder ins Minus gesunken. Dann ging es wieder leicht nach oben. Auslöser war eine Meldung des kleinen KI-Logistikunternehmens Algorhythm Holdings, das zuvor unter dem Namen Singing Machine Co. firmierte und im Karaoke-Bereich tätig war. Demnach helfe seine SemiCab-Plattform, die bereits bei Kunden im Einsatz ist, diesen dabei, ihr Frachtvolumen um 300 bis 400 Prozent zu steigern, ohne dass dafür zusätzliches Personal eingestellt werden muss. Am Markt wurde die Kursreaktion vom Vortag als klar übertrieben beurteilt. Auch wird bezweifelt, ob sich das menschliche Netzwerk zum Handling dieser riesigen Logistikmengen so schnell ersetzen lässt.

An der Spitze der Gewinner steht Lonza (+3,5%). Die Aktie des erfolgreichen Pharmazulieferers weist nach einem negativen Vorjahr auch 2026 bisher eine schwache Performance auf.

Dahinter folgen die Aktien von VAT (+3,1%), die vom guten Abschneiden von Applied Materials profitieren, deren Aktien nachbörslich kräftig gestiegen waren. In deren Sog rücken auch Comet, Inficon und Cicor um bis zu 1,5 Prozent vor.

Die Anteile von Logitech (+2,4%) erholten sich laut Händler von den Abgaben im Zuge der Befürchtungen, dass steigende Chippreise die Verkäufe des Elektronikherstellers belasten könnten.

Schindler (+2,7%) können sich etwas von den jüngsten Einbussen erholen. Bei Holcim und Amrize (je +0,5%) fällt die Gegenbewegung dagegen mager aus.

Gesucht sind auch die defensiven Schwergewichte Nestlé (+0,6%), Novartis (+0,6%) und Roche (+0,3%). Swisscom (+1,5%) legen am Tag nach der Bilanzvorlage weiter zu.

Abgaben gibt es bei Sonova (-0,7%). Rivale Cochlear habe schlechte Zahlen veröffentlicht, heisst es am Markt. Sandoz (-0,6%) litten unter Gewinnmitnahmen. Auch Sika (-1,2%) sind schwächer.

Am breiten Markt ziehen die Anleger Leclanché den Stecker. Die Aktie bricht um fast ein Viertel ein. Der angeschlagene Batteriehersteller hat einen Liquiditätsengpass und sucht neues Kapital.

pre/to