vor 6 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt legt am Dienstag nach dem langen Pfingstwochenende leicht zu. Die Hinweise auf eine bevorstehende Lösung des Konflikts hatten sich zuletzt verdichtet. Das hatte bereits am Montag andere Märkte wie den deutschen Dax nach oben getrieben. Eine gewisse Skepsis bleibt laut Händlern aber im Markt - auch aufgrund neuer US-Angriffe auf Minenschiffe in der Strasse von Hormus. "Es ist ja nicht das erste Mal, dass eine Einigung angeblich kurz bevorsteht", kommentiert ein Börsianer. Entsprechend bröckelten die Gewinne über den Vormittag leicht ab.
Zwar gaben auch die Ölpreise nach, zuletzt hielt sich die Sorte Brent mit 99,07 US-Dollar je Barrel aber hartnäckig nahe der Schwelle von 100 Dollar. Es bleibe es ein gewisses "Katz und Maus-Spiel" von der US-Regierung mit den Märkten, sagte ein weiterer Händler. Wichtig für den Bestand der hiesigen Gewinne sei nun, wie sich die Wall Street nach dem Feiertag positioniere. Im Tagesverlauf stehen zudem noch einige US-Daten auf der Agenda, darunter der ADP-Beschäftigungsindex und das Konsumentenvertrauen.
SMI auf Kurs für 10. Gewinntag
Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 10.50 Uhr bei 13'552,62 Punkten um 0,37 Prozent höher, nachdem er die vergangenen neun Handelstage im Plus geschlossen hatte. Im Leitindex stehen 16 Gewinnern lediglich 4 Verlierer gegenüber. Der SMIM der mittelgossen Werte legt um 0,44 Prozent auf 3000,51 Punkte zu, während der breite SPI 0,40 Prozent höher steht bei 19'129,04 Zählern.
Die Spitze im SMI übernehmen aktuell Holcim (+1,8%), auch Sika (+1,1%) und Amrize (+0,9%) aus der gleichen Branche sind gefragt. Schlusslicht sind die defensiven Swisscom (-0,9%). Mit Roche (-0,4%) und Novartis (unv.) hinken auch zwei der Schwergewichte dem Gesamtmarkt hinterher, während Nestlé (+0,8%) stabil im Plus stehen.
Zu den gefragten Papieren zählen einmal mehr Logitech (+0,9%). Händler verweisen auf Zahlen des PC-Herstellers Lenovo noch vor dem Wochenende, die dessen Aktien beflügelten. Bei den mehr Halbleiter-lastigen Vertretern der Branche setzen derweil Gewinnmitnahmen ein und so verlieren unter anderem VAT (-0,6%) leicht, AMS Osram (-6,0%) sogar deutlich an Wert. Letztere hatten sich seit Anfang April allerdings fast verdreifacht.
Bei Julius Bär (+3,6%) zeigt sich nach den herben Verlusten am Freitag in Reaktion auf die Zahlen eine gewisse Gegenbewegung.
Lem mit Übernahmephantasie
Besonders hervor stechen am breiten Markt Lem (+20,1%). Der Elektronikkomponenten-Hersteller ist offenbar zum Übernahmeziel geworden, der Verwaltungsrat prüft "strategische Optionen". Zudem kommen die Jahreszahlen mit der anhaltenden Rechenzentren-Dynamik gut an.
Stark gefragt sind auch die Titel von Aryzta (+7,9%). Hier beflügelt eine Hochstufung durch Berenberg auf "Buy". Nach Jahren der Restrukturierung sei Aryzta nun endlich am Wendepunkt angekommen, so die Analysten. Ypsomed (-1,2%) werden indes von einer mahnenden Ersteinstufung von Jefferies mit "Underperform" in ihrer jüngsten Erholung gebremst.
Galderma (-0,7%) geben leicht nach, obwohl der Dermatologiespezialist von der FDA eine Zulassung für die rezeptfreie Abgabe des Akne-Mittels Differin Epiduo erhalten hat.
dm/rw