vor 10 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt geben am Freitagvormittag die Kurse mehrheitlich nach. Trotz aller positiver Zeichen im Zusammenhang mit der "Grönland-Frage" und der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Ukrainekriegs blieben die Anleger vorsichtig, heisst es am Markt. Zudem dominierten weiterhin Zweifel, dass sich die geopolitischen Brandherde nach der jüngsten Volte des US-Präsidenten Donald Trump wirklich dauerhaft entspannten. Dies auch, weil Trump ja immer wieder für Überraschungen gut sei. "Was heute gilt, ist morgen eventuell schon Makulatur", sagt ein Händler. Daher sei noch unklar, in welche Richtung der Markt letztlich weitergehe. "Wir bleiben damit auf Richtungssuche", so ein anderer Händler.
Am Vortag hatte ein Rahmenabkommen zur Zukunft Grönlands für Zuversicht gesorgt und die Kurse weltweit steigen lassen. Zudem hatte Trump auch die Zollankündigungen gegenüber mehreren europäischen Ländern wieder zurückgenommen. Ausserdem keimten neue Hoffnungen auf ein Ende des Ukrainekriegs auf. Und auch zur US-Notenbank Fed gab es positive Neuigkeiten. So äusserte das Oberste Gericht der USA Zweifel an der rechtmässigen Entlassung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook. Doch alle diese Fragen seien noch nicht wirklich gelöst, heisst es weiter am Markt. Dass das Misstrauen anhalte, zeige sich denn auch darin, dass die Edelmetalle Gold und Silber den Rekordkurs fortsetzten und auch der Franken kaum etwas von seiner Stärke eingebüsst habe, heisst es am Markt.
Der SMI notiert um 11.10 Uhr um 0,48 Prozent tiefer auf 13'164,30 Punkten. Damit steuert der Leitindex auf einen Wochenverlust von gegen zwei Prozent zu. Der 30 Titel umfassende LI ermässigt sich um 0,69 Prozent auf 2132,18 und der breite SPI um 0,54 Prozent auf 18'216,54 Zähler. 27 SLI-Werte stehen im Minus und nur drei ziehen an.
Unter Druck stehen die Aktien von Kühne + Nagel (-2,6%), was Händler mit Gewinnmitnahmen erklären. Der Titel des Logistikkonzerns hatte in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt.
Klar im Minus stehen auch Lindt & Sprüngli (PS -2,4%), was mit einem Analystenkommentar erklärt wird. Barclays hat das Rating für die Namenaktien von Lindt & Sprüngli in einer Branchenstudie gleich auf "Underweight" von "Overweight" gesenkt. Der Analyst befürchtet, dass die Absatzmengen künftig nach den kräftigen Preiserhöhungen von mehr als 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2025 rückläufig bleiben könnten. Dies biete Raum für Enttäuschungen.
Auch bei den Aktien von Holcim (-1,7%) drückt eine Studie auf den Kurs. Goldman Sachs hat die Kaufempfehlung abgesetzt und den Titel auf "Neutral" zurückgestuft.
Deutlich tiefer notieren auch Straumann (-2.,4%), Alcon (-1,9%) und VAT (-1,7%). Letzterer hat eine erstaunliche Kursentwicklung hinter sich und notiert nicht mehr allzu weit weg vom Allzeithoch. Nun frage sich halt manch ein Marktteilnehmer, ob der Kurs nicht etwas zu schnell gestiegen sei und nun Gewinnmitnahmen angezeigt wären.
Auf den Verkaufslisten sind zudem Partners Group, Geberit, Swiss Life, Richemont und Galderma mit Abschlägen von mehr als einem Prozent zu finden.
Die wenigen Gewinner werden von den Anteilen von Swisscom (+0,5%) angeführt. Auch Novartis (+0,2%) und Julius Bär (+0,1%) sind eine Spur fester. Roche GS (-0,1%), die sich wie Novartis lange als Marktstützen erwiesen hatten, sind inzwischen ins Minus gerutscht.
Schwergewicht Nestlé (-0,8%) belastet den SMI ebenfalls. Der Titel leidet unter Problemen im Bereich Baby-Milch. Dass derweil der Verkauf der Wassersparte vorankommen soll, wirke sich kaum auf den Kurs aus, meint ein Händler.
Auf den hinteren Rängen fallen SFS (+5,7%) auf. Der Metallverarbeiter hat 2025 den Umsatz um 0,6 Prozent auf 3,06 Milliarden Franken gesteigert. Die zurückhaltende Investitionsbereitschaft dämpfe das Geschäft aber weiterhin.
Deutlich zulegen können nach Zahlen auch Gurit (+8,0%). Hiag (+2,4%) profitiert von einer positiven Gewinnwarnung.
Dagegen büssen Autoneum (-2,6%) und Mikron (-10%) nach Zahlen deutlich an Wert ein.
pre/to