VZ Analyse
Mit einer Jahresperformance von über 20 Prozent gehörte ABB 2025 zu den besten Werten im SMI. Es gibt gute Gründe, warum dies auch im neuen Jahr so sein könnte.
Publiziert 9. Jan. 2026
Beschreibung
Im April 2025 hat ABB angekündigt, die Robotics-Division abzuspalten und separat an der Börse zu kotieren. Der Konzern hat sich nun aber im Herbst für einen anderen Weg entschieden: Die Robotik-Sparte wird an den japanischen SoftBank-Konzern verkauft. Die Transaktion wird zwischen Mitte und Ende 2026 abgeschlossen.
Mit diesem Verkauf unternimmt ABB einen weiteren Schritt in ihrer strategischen Ausrichtung und wird dadurch profitabler. ABB fokussiert sich zunehmend auf seine profitabelsten Geschäftsbereiche wie Elektrifizierung, Antriebstechnik und Industrieautomation.
Im Gegensatz zum ursprünglich geplanten Spin-off schafft der Verkauf an SoftBank sofortige Liquidität und erhöht die Transparenz im Konzern.
Die Robotics-Sparte im ABB-Kontext
Die Robotics-Division beschäftigt rund 7’000 Mitarbeitende und erzielte 2024 einen Umsatz von 2,3 Milliarden US-Dollar, was weniger als 10 Prozent des Konzernumsatzes von ABB entspricht.
Die Division gehört zu den technologisch fortschrittlichsten Bereichen und bedient Branchen mit starkem digitalem Wandel wie Automobilindustrie, Logistik, Elektronik oder Gesundheitswesen.
Die operative Marge liegt deutlich unter dem ABB-Konzerndurchschnitt. Die Division ist konjunkturabhängig und von stärkerem Wettbewerbsdruck umgeben. Dies sind denn auch die Gründe für die Veräusserung. Damit kann ABB die Marge des verbleibenden Geschäfts verbessern.
Die Transaktion bringt ABB nach Abzug der Kosten rund 5,3 Milliarden US-Dollar an Barmitteln. Diese sollen gemäss den bewährten Prinzipien der Kapitalallokation eingesetzt werden: Erhöhung der Dividenden, Aktienrückkäufe und gezielte Investitionen in die Kerngeschäfte.
Der Ausblick von ABB
Der Verkauf von Robotics folgt einem Branchentrend: Aktivitäten mit hohem Potenzial, aber geringen Synergien, werden ausgegliedert oder verkauft. Für die Aktionäre bedeutet der Verkauf eine sofortige Stärkung des Cashflows. Gleichzeitig wird ABB profitabler und fokussierter.
In einem Umfeld, das von Megatrends wie Elektrifizierung, Automatisierung und industrieller KI geprägt ist, positioniert sich ABB klar als Anbieter kritischer Infrastruktur.
ABB profitiert von der wachsenden Nachfrage im Bereich Stromversorgung, insbesondere durch Rechenzentren. ABB geht davon aus, dass der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 jährlich um 11 Prozent steigen wird, was die Nachfrage nach Elektrifizierungslösungen weiter antreibt.
Auch deshalb hat ABB anlässlich eines Investorentages ihre Ambitionen hinsichtlich der Rentabilität nach oben geschraubt. Für die operative Gewinnmarge (EBITA) wird neu ein Wert zwischen 18 und 22 Prozent angestrebt (zuvor 16 bis 19 Prozent).
Weiter offen bleibt die Zukunft der E-Mobility-Sparte: Eine mögliche Börsennotierung ist laut Management aber erst nach 2026 zu erwarten.
Fazit
Die Transaktion ist zu begrüssen. Es entsteht damit ein noch klareres Bild: ABB wird profitabler, fokussierter und aktionärsfreundlicher. Die Grundlagen sind gelegt, damit ABB auch 2026 zu den besten Performern im SMI gehören könnte.
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