VZ Analyse
Die aktuellen Wertschwankungen am Goldmarkt sorgen derzeit für erhöhte Aufmerksamkeit. Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich, wie sie sinnvoll von möglichen Preissteigerungen profitieren können und welche Anlageformen sich dafür am besten eignen.
Publiziert 19. Febr. 2026
Beschreibung
Wer heute in Gold investieren möchte, hat inzwischen eine breite Palette an Möglichkeiten, die sich hinsichtlich Struktur, Liquidität, Kosten und Sicherheit teilweise deutlich voneinander unterscheiden. Grundsätzlich lässt sich zwischen physischem Gold und indirekten Anlageformen wie börsengehandelten Produkten unterscheiden. Beide Arten der Goldinvestition haben Vor- und Nachteile.
Investition in physisches Gold
Physisches Gold wird vor allem in Form von Barren oder Münzen gehalten. Es eignet sich für Anleger, die einen sogenannten «Notbatzen» für Krisenzeiten aufbauen wollen. Hier steht die Wertaufbewahrung im Mittelpunkt. Barren gibt es bereits ab 0,1 Gramm, während klassische 12,5 Kilogramm Goldbarren aktuell Preise von rund einer Million Franken erreichen. Bei einem solchen Kauf sollte auf die Handelsspanne geachtet werden, die häufig sehr hoch sein kann. Bei kleinsten Stückelungen können diese bis zu 15 Prozent betragen. Banken und Goldhändler publizieren tagesaktuelle An- und Verkaufspreise. Die Verfügbarkeit der gewünschten Stückelung kann zwischen den Filialen variieren.
Wer physisches Gold erwirbt, sollte sich zudem Gedanken über die Aufbewahrung machen. Besonders grössere Bestände lassen sich in einem Bankschliessfach sicherer lagern als zu Hause. Dies verursacht jedoch laufende Kosten. Einige Händler bieten inzwischen eine externe Lagerung an, die allerdings nicht immer eine umfassende Versicherung einschliesst. Käufer sollten daher prüfen, ob im Schadenfall tatsächlich Ersatz geleistet würde.
Investition mittels indirekter Anlagen
Neben physischem Gold können Anleger auch indirekte Anlagen kaufen. Dazu zählen passive Anlagefonds wie Indexfonds oder Exchange Traded Funds (ETF). Diese Fonds bilden den Goldpreis möglichst exakt nach und sind aufgrund ihrer tiefen Kostenstrukturen besonders für Privatanleger interessant. Viele dieser Produkte hinterlegen das Gold physisch in Tresoren, sodass sie nicht nur günstig, sondern auch sicher sind. Anleger profitieren zudem von einer hohen Liquidität, da sie die Produkte während der Börsenöffnungszeiten jederzeit kaufen oder verkaufen können. Für langfristig orientierte Privatkunden ist diese Form der Anlage häufig sinnvoller, da sie den Aufwand der Lagerung erspart und die Kosten deutlich geringer ausfallen. Einige dieser Produkte bieten sogar die Möglichkeit, das hinterlegte Gold physisch zu beziehen. Dafür wird jedoch eine Gebühr und bestimmte Bedingungen verlangt.
Daneben gibt es weitere Anlageformen wie die Exchange Traded Products (ETP) oder strukturierte Produkte. Je nach Ausgestaltung können diese Produkte jedoch ein Emittentenrisiko beinhalten und sind daher für sicherheitsorientierte Anleger weniger geeignet.
Auch Abo-Modelle für den regelmässigen Kauf kleiner Goldbeträge werden zunehmend angeboten. Diese richten sich primär an Kunden, die sehr kleine Beträge investieren möchten oder Gold verschenken wollen. Aufgrund der teilweise hohen Gebühren eignen sich solche Modelle jedoch nur bedingt für eine ernsthafte Vermögensanlage.
Anlagekontext ist wichtig
Wer sich mit Gold beschäftigt, sollte letztlich auch seine Rolle in der Geldanlage richtig einordnen. Gold wirft keine laufenden Erträge ab und zeigt über längere Zeiträume eine vergleichsweise schwache Renditeentwicklung im Vergleich zu Aktien oder Obligationen. Zudem ist der Goldpreis oft grossen Wertschwankungen unterworfen und reagiert empfindlich auf geopolitische Ereignisse, Inflationsdaten oder Veränderungen der Zinsen. Dies zeigte sich besonders in den vergangenen Jahren, als eine Reihe globaler Krisen – von der Pandemie über geopolitische Konflikte bis hin zu sprunghaften Zinsanstiegen – die Nachfrage nach Gold verstärkte. Trotz der hohen Beliebtheit blieb die langfristige Rendite jedoch durchzogen.
Gold kann als ergänzender Baustein im Portfolio sinnvoll sein, allerdings nur in einem klar begrenzten Umfang. Wer Gold primär als Wertspeicher betrachtet, kann physische Barren oder Münzen in Betracht ziehen, sollte aber die Kosten und Risiken genau abwägen. Für die meisten Anlegerinnen und Anleger sind passive Anlagefonds auf Gold die effizientere und kostengünstigere Lösung. Letztlich hängt die Wahl der passenden Anlageform wie immer von den individuellen Zielen, dem Zeithorizont und der Risikobereitschaft ab. Wer unsicher ist, sollte sich beraten lassen, um Fehlinvestitionen oder unnötige Kosten zu vermeiden.
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