Bankgeschäfte

Schützen Sie sich vor Betrügern!

Als Bankenombudsman kümmert sich Andreas Barfuss täglich um Bankkunden, die Opfer von Kriminellen geworden sind. Im Gespräch warnt er: "Die Tricks der Betrüger werden immer raffinierter."

Herr Barfuss, Sie sind erst seit einem Jahr im Amt und haben die Bevölkerung schon mehrfach vor Internet-Kriminellen gewarnt. Ist die Lage so ernst?

E-Banking, Geldanlagen, Kreditkarten: Die Missbräuche nehmen rasant zu. Beim Kartenbetrug haben sich die Fälle, die uns gemeldet wurden, allein in den letzten zwölf Monaten fast verdoppelt – das ist beunruhigend.

Warum nehmen die Fälle so stark zu?

Wir kaufen immer mehr im Internet ein und erledigen Bankgeschäfte fast nur noch online. Neue Technologien machen das immer einfacher. Damit steigt die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer. Und nicht zuletzt gehen Betrüger sehr professionell vor – ihre Tricks werden immer raffinierter.

Welche Betrugsmethoden sind besonders häufig?

Zum Beispiel Phishing-Angriffe: Meistens verschicken Betrüger gefälschte E-Mails oder Kurznachrichten. Darin werden Bankkunden etwa aufgefordert, auf einen bestimmten Link zu klicken, um ihre Zugangsdaten zu aktualisieren oder eine Rückerstattung zu erhalten. Oder sie sollen einen Betrag überweisen, um ein Paket zu empfangen. Solche Links führen auf gefälschte Webseiten, die den Login-Seiten der Banken täuschend ähnlich sehen. Loggt man sich dort ein, können die Betrüger leicht die Zugangsdaten abfischen. Oft geben sie sich am Telefon auch als Mitarbeitende einer bekannten Firma oder der Polizei aus und verlangen von ihren Opfern, sensible Bank- und Kreditkartendaten zu übermitteln.

Und was passiert dann?

Die Betrüger überweisen blitzschnell Geld – oft Tausende Franken. In der Regel ist dieses Geld weg, und die Täter sind nicht auffindbar.

Wie können Sie helfen?

Wir vermitteln im Streitfall zwischen Kunden und Banken. Man muss sich aber bewusst sein: Verliert man selbstverschuldet Geld an Betrüger, haftet die Bank nicht. Das ist etwa der Fall, wenn man einen Phishing-Angriff nicht erkennt und seine Sicherheitsund Authentifizierungs-Merkmale preisgibt. Die Banken unternehmen sehr viel, um ihre E-Banking-Systeme sicher zu machen. Die meisten Angriffe richten sich nicht gegen die Banken, sondern gegen ihre Kunden – die Menschen sind die Schwachstelle.

Wie kann man sich schützen?

Keine seriöse Firma kontaktiert Sie per E-Mail, Telefon oder SMS und fragt nach Login und Passwort. Geben Sie auf diesem Weg nie vertrauliche Daten weiter und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn jemand mit Folgen wie Geldverlust, Strafanzeige oder Kartensperrung droht. Googeln Sie nicht im Internet nach der Login-Seite Ihrer Bank, da sich Betrüger an die Spitze der Suchergebnisse mogeln können – geben Sie die Adresse immer manuell ein. Nutzen Sie Sicherheitseinstellungen wie Geoblocking und Bezugsbeschränkungen und sperren Sie Ihre Karte, wenn Sie sie vorübergehend nicht brauchen. Und befolgen Sie die Empfehlungen der Behörden und der Polizei.

Zur Person

Andreas Barfuss hat Betriebs- und Rechtswissenschaften in St. Gallen und Basel studiert. Er ist seit 2023 Bankenombudsman. Zuvor war er Leiter Legal & Compliance bei der Schweizerischen Bankiervereinigung. Mehr Informationen finden Sie hier: www.bankingombudsman.ch