Geldanlagen

Zunehmende Vielfalt am Schweizer ETF-Markt

Börsengehandelte Indexfonds (ETF) sind weiterhin sehr beleibt. Im laufenden Jahr flossen bereits fast 4 Milliarden Franken in ETF. Auch die Anzahl neuer Produkte ist angestiegen, vor allem in zwei Bereichen.

Nino Zebiri

Anlageexperte
Publiziert am
07. September 2022

Börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETF) haben das Ziel, die Rendite eines Börsenindexes, wie beispielsweise vom Schweizer SMI, möglichst genau abzubilden. Ihr Kurs ändert wie der Index laufend. Steigt der Index, steigt auch der Wert des ETF und umgekehrt. Dadurch benötigen sie kein aktives Fondsmanagement für Titelanalysen, was zu tiefen Verwaltungsgebühren führt.

Merkblatt

Die Auswahl des richtigen ETF

Dieses Merkblatt zeigt auf, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Sie ermöglichen zudem Anlegern bereits bei kleineren Investitionssummen eine gute Diversifikation. Diese Vorteile erklären das starke ETF-Wachstum weltweit. Auch in der Schweiz ist die Bedeutung von ETF weiter gestiegen. So zeigt der Datenanbieter Swiss Fund Data auf, dass der Schweizer ETF-Markt seit 2014 in jedem Jahr Zuflüsse erzielen konnte.

Seither summieren sich die Zuflüsse auf fast 80 Milliarden Franken, so dass inzwischen die verwalteten Vermögen bei rund 200 Milliarden Franken liegen. Auch auf der Angebotsseite ist ein Wachstum zu beobachten. So stehen Anlegern in der Schweiz mittlerweile über1’600 ETF zur Verfügung.

Betrachtet man die Neuemissionen lässt sich feststellen, dass die Anbieter besonders viele Nachhaltigkeitsprodukte lancieren. Insgesamt verfolgt die Hälfte der an der SIX neu lancierten Produkte Nachhaltigkeitsansätze. Da der Regulator aktuell noch keine detaillierten Anforderungen an nachhaltige Produkte in der Schweiz stellt, führt dies für Anleger zu einer immer grösseren Komplexität. Bei den Produkten werden vor allem die beiden Nachhaltigkeits-Strategien „Ausschlüsse“ und „Best-in-Class“ angewendet.

Beim „Ausschluss“-Verfahren wird der Fokus daraufgelegt, bestimmte Geschäftsaktivitäten oder Branchen zu vermeiden, die nicht als nachhaltig gelten (z.B. Gentechnik oder Waffen). Der Einfluss auf die Rendite- und Risikoeigenschaften von Anlagen spielt dabei keine spezifische Rolle. Bei der Anwendung eines „Best-in-Class“-Ansatzes, wird nur in diejenigen Unternehmen investiert wird, welche ihre ökologische, soziale und unternehmerische Verantwortung besonders gut wahrnehmen.

Aber auch Themenanlagen wie Batterien, digitale Unterhaltung oder Sportwetten lassen sich in der Schweiz durch neue ETF abbilden. Wer über ETF in diese Themen investieren möchte, sollte beachten, dass die Kosten bei solchen Produkten in der Regel höher sind als bei klassischen ETF. Zudem sind es häufig kleinere Anbieter, die solche Themen-ETF im Angebot haben. Erreichen sie nicht eine bestimmte Höhe der verwalteten Vermögen, kann dies eine Schliessung der Fonds zur Folge haben.

Auch ist es empfehlenswert, sich vor einer Investition in einen Themen-ETF immer mit dessen Strategie und dessen Portfolios auseinanderzusetzen. Dann lässt sich erkennen, ob das Produkt ausreichend diversifiziert ist und ob die Rendite-Risiko-Eigenschaften dem entsprechen, was man als Anleger erwartet.

Grundsätzlich sollte das bei allen ETF beachtet werden. So gibt es zum Beispiel auch unter den Anbietern von nachhaltigen Produkten durchaus schwarze Schafe, die sogenanntes „Greenwashing“ betreiben. Dabei wird etwas als „grün“ verkauft, obwohl keine echte Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt wird.

Wer diese Trends im eigenen Portfolio stärker beachten möchte, sollte dabei immer auch die Gesamtanlagestrategie vor Augen haben. Je nach Portfoliokontext kann es sinnvoll sein, auch auf mehrere Trends zu setzen. Hier ist jedoch eine individuelle Beratung empfehlenswert.

Sie wollen wissen, wie man bei dieser Vielfalt den passenden ETF findet? Dann bestellen Sie das kostenlose Merkblatt.

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