Pensionskasse

Unterdeckung: Das müssen PK-Verantwortliche in KMU wissen

Das Anlagejahr 2022 trieb viele Pensionskassen in eine Unterdeckung. Sanierungsmassnahmen sind für betroffene KMU und Mitarbeitende meistens unerfreulich.

Cyrill Bazzana

Pensionskassenspezialist
Publiziert am
06. Januar 2023

Die Entwicklung an den Börsen hinterlässt Spuren in den Bilanzen der Pensionskassen. Viele teilautonome Vorsorgestiftungen sind in Unterdeckung geraten. Bei einigen ist der Deckungsgrad heute so niedrig wie 2011 und 2012.

Für teilautonome Stiftungen ist es nicht ungewöhnlich, dass der Deckungsgrad schwankt. In so einem Modell ist die Verzinsung der Altersguthaben nicht garantiert. Die angeschlossenen KMU und ihre Beschäftigten tragen das Anlagerisiko – gleichzeitig partizipieren sie direkt am Anlage­erfolg: Ist die Performance gut, werden die Guthaben höher verzinst. In den letzten Jahren profitierten die Versicherten von einer attraktiven Rendite der angelegten Guthaben.

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Massnahmen für eine Sanierung

Eine Unterdeckung bedeutet, dass das Vermögen einer Pensionskasse kleiner ist als die Summe ihrer Verpflichtungen (Grafik unten).

So sieht die Bilanz einer Pensionskasse aus

Wenn der Deckungsgrad unter 90 Prozent sinkt, spricht man von einer erheblichen Unterdeckung. Spätestens dann muss eine Pensionskasse Sanierungsmassnahmen umsetzen. Die Pensionskasse kann zum Beispiel die folgenden Massnahmen einleiten:

  • Die Verzinsung der Guthaben wird reduziert;
  • Die Verzinsung wird ausgesetzt;
  • Arbeitgebende müssen Kapital einschiessen;
  • Arbeitgebende und Arbeitnehmende müssen Sanierungsbeiträge leisten.

Pensionskassen können auch eine Kombination von verschiedenen Massnahmen anordnen.

Das beste Modell für KMU

Für Inhaberinnen und Inhaber ist es entscheidend, das Pensionskassen-Modell zu wählen, das langfristig zu ihrer Firma passt. In den letzten Jahren haben viele von einer Vollversicherung zu einer teilautonomen Sammelstiftung gewechselt. Das hat einige Vorteile:

  • KMU wählen die Anlagestrategie für die versicherten Mitarbeitenden.
  • Sie senken gleichzeitig ihre Kosten und den administrativen Aufwand. 
  • Für jedes KMU wird ein separater Deckungsgrad ausgewiesen. Das verhindert die Quersubventionierung und Verwässerung zwischen den angeschlossenen KMU.
  • Bei den Anlagen sind teilautonome Modelle transparenter als Vollversicherungen. Die Guthaben werden eher marktgerecht verzinst, was die Renditechancen deutlich verbessert.

Mit der Vollversicherung eines Lebensversicherers ist eine Unterdeckung zwar ausgeschlossen, diese Garantie hat aber ihren Preis: Weil die Versicherer dafür risikogewichtetes Eigenkapital zurückstellen müssen, legen sie die Guthaben sehr konservativ an. 

Selbst in guten Anlage­jahren können die Versicherten darum nur mit einer bescheidenen Verzinsung rechnen, die den gesetzlichen Mindestzins kaum je übersteigt.

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