Geldanlagen

Unabhängige Anlageberatung ohne Interessenkonflikte

Viele Anlageberater haben einen starken Anreiz, die Finanzprodukte zu empfehlen, an denen sie selber am meisten verdienen.

Daniel Weinmann

Finanzexperte

Banken sind oft nicht nur Anlageberater und Vermögensverwalter, sie stellen auch eigene Finanzprodukte her wie Anlagefonds oder strukturierte Produkte. Das führt zu Interessenkonflikten. Von Banken verwaltete Wertschriftendepots bestehen oft zu einem grossen Teil aus bankeigenen Produkten. An eigenen Produkten verdienen die Banken mehr als an Fremdprodukten. Oft gibt es jedoch bessere Anlagefonds als die bankeigenen.

Günstige Indexfonds wie ETF finden sich in Anlageempfehlungen von Banken eher selten. Bei strukturierten Produkten ist der Anlegerschutz weniger umfassend als bei Anlagefonds, die Kosten strukturierter Produkte sind undurchsichtig und die Risiken für die Anleger schwerer abschätzbar.

Auch sogenannte Retrozessionen können zu Interessenkonflikten führen. Bei vielen Vermögensverwaltern müssen Kunden auf die Rückerstattung dieser Provisionen verzichten, die sie von Banken und Anbietern von Finanzprodukten bekommen, wenn sie ihren Kunden bestimmte Anlagefonds und strukturierte Produkte empfehlen. Es kann sein, dass ein Vermögensverwalter seinen Kunden in erster Linie die Finanzprodukte empfiehlt, für die er die höchste Provision erhält.

Unabhängige Anlageberater sind keiner Bank und somit keiner Anlagepolitik verpflichtet, die die eigenen Interessen höher gewichtet als jene der Kunden. Sie empfehlen ihren Kunden ausschliesslich die Produkte, die in einem objektiven Auswahlverfahren herausragen. Faire Vermögensverwalter geben zudem Retrozessionen an ihre Kunden weiter. Jeder Kunde erhält periodisch eine individuelle Abrechnung über die pro Finanzprodukt anfallenden Retrozessionen.

Informieren Sie sich jede Woche über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten:

1. Checkliste für die persönliche Anlagestrategie

Im Rahmen einer Vermögensberatung wird zunächst eine Anlagestrategie festgelegt. Die Anlagestrategie definiert, welcher Anteil des Vermögens in bestimmte Anlageklassen wie Aktien und Obligationen investiert werden soll. Die Strategie ist der wichtigste Faktor für den Anlageerfolg. Verschiedene Studien zeigen, dass die Anlagestrategie zu rund 70 bis 80 Prozent für den langfristigen Anlageerfolg verantwortlich ist.

 

2. Geld anlegen und Gebühren sparen

Die Risiken in vielen Depots sind zu hoch im Verhältnis zur Risikofähigkeit und zum Anlagezeitraum der Anleger. Viele Depots haben zu viele bankeigene und strukturierte Produkte und weisen grosse Klumpenrisiken auf.

Ein unabhängiger Depot-Check deckt die Schwächen eines Depots und die offensichtlichen Interessenskonflikte der Banken auf. Viele Banken sind nicht nur Vermögensverwalter, sie stellen auch eigene Finanzprodukte her wie Anlagefonds oder strukturierte Produkte. Das führt zu falschen Anreizen, die Anleger Rendite kosten.

3. Warum feste Regeln beim Geld anlegen sinnvoll sind

Der Traum aller Anleger ist es, zu tiefen Preisen zu kaufen und zu hohen zu verkaufen. Mit diesem Ziel vor Augen folgen Privatanleger vor allem ihrem Gefühl. Sie kaufen und verkaufen Wertschriften aus einem Impuls heraus, der sich oft als Fehler herausstellt. Anleger, die festen Regeln folgen statt Emotionen, erzielen eine höhere Rendite.

Regelbasierte Anlagemodelle schalten die Gefühle der Anleger bei den Anlageentscheiden aus. Sie setzen auf vorab definierte feste Regeln, an die sie sich konsequent halten.

Merkblatt

Die Auswahl des richtigen ETF

Dieses Merkblatt zeigt auf, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Das ist gerade in extremen Marktphasen wichtig, weil sich dadurch Fehlentscheide ausschliessen lassen, die durch Gier oder Panik hervorgerufen werden. Bei regelbasierten Anlegemodellen ist entscheidend, dass die Regeln vor der Erstinvestition definiert und anschliessend ohne menschliche Einmischung angewendet werden.

4. Sparen und Anlegen mit ETF

Viele Anleger haben genug von überhöhten Gebühren. Für sie sind Exchange Traded Funds (kurz ETF) die richtige Lösung.

ETF sind passive Fonds, die im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagefonds kein aktives Management haben. Sie versuchen nicht, einen bestimmten Index zu schlagen, indem sie Titel aufgrund ihrer Perspektiven kaufen und verkaufen. ETF bilden den Vergleichsindex stattdessen so gut wie möglich nach. ETF eignen sich auch, um mit regelmässigen Einzahlungen ein Vermögen anzusparen. 

5. Tipps für die Wahl des richtigen Vermögensverwalters

Wer seine Wertschriften selbst bewirtschaftet, muss aktuelle Finanzinformationen deuten und daraus die richtigen Anlageentscheide ableiten können. Die Überwachung der Anlagestrategie und -instrumente ist anspruchsvoll und zeitlich aufwendig. Viele Investoren beauftragen deshalb einen professionellen Vermögensverwalter damit, ihre Wertpapiere zu bewirtschaften.

Eine Vermögensverwaltung garantiert ein systematisches Vorgehen bei der Geldanlage und verhindert überstürzte Entscheide. Das führt langfristig zu höheren Erträgen.