Geldanlagen

So wirken sich die höheren Zinsen auf Obligationen aus

Seit Monaten erhöhen Notenbanken weltweit ihre Leitzinsen. Die Folgen davon betreffen auch den Obligationenmarkt. Doch was muss man bei einer Investition beachten?

Nino Zebiri

Anlageexperte
Publiziert am
26. Oktober 2022

Klassische Obligationen, auch Anleihen oder Bonds genannt, haben zwei wichtige Eigenschaften: eine fixe Zinszahlung und die Rückzahlung des Investitionsbetrags bei Ablauf. Dies macht sie neben Aktien zu einer der beliebtesten Anlageklassen.

Das Ende der weltweiten Niedrigzinsära stellt Obligationäre jedoch vor besondere Herausforderungen, da neue Obligationen höher verzinst werden. So sind die Zinsen für eine durchschnittliche Schweizer Unternehmensanleihe im Jahresverlauf von 0,2% auf 2,8% angestiegen. Dies belastete den Kurs der bestehenden Anleihen.

Die Zinsentwicklung ist somit ein wichtiger Kurstreiber bei Obligationen. So stellen die aktuellen Zinsniveaus für Obligationäre eine Chance dar. Bei weiter steigenden Zinsen kann zwar der Wert von Obligationen kurzfristig weiter fallen. Bei den höheren Zinsniveaus haben weitere mögliche Zinsanstiege allerdings einen geringeren negativen Einfluss auf die Wertentwicklung, als bei tiefen Zinsniveaus, wie beispielsweise Anfang Jahr. Kommt es hingegen zu einem Rückgang der Zinsen, steigt der Wert von Obligationen an.

Wichtig zu wissen ist: Bei Obligationen wird am Fälligkeitsdatum der Nominalwert zurückbezahlt – ausser im Falle eines Konkurses. Wenn also der Kurs einer Obligation während der Laufzeit Schwankungen aufweist, spielt das für den Anleger keine Rolle, sofern er diese bis zum Fälligkeitsdatum hält.

Zudem unterscheiden sich Obligationen in Hinblick auf Laufzeiten, Bonität (Kreditwürdigkeit), Schuldnerart (Staaten oder Unternehmen), Region und Währungen. Diese Faktoren sind bei jeder Obligationenart verschieden stark ausgeprägt und können ebenfalls einen Einfluss auf die Wertentwicklung haben. Anlegerinnen und Anleger sollten beispielsweise bevorzugt in Laufzeiten investieren, welche mindestens ihrem Anlagehorizont entsprechen.

Anlagen mit Obligationen lassen sich am besten mittels kostengünstiger ETF umsetzen. Aktuell sind an der Schweizer Börse SIX rund 400 Obligationen-ETF auf die unterschiedlichen Segmente und Laufzeiten erhältlich. Sie sind wie Aktien während der Börsenöffnungszeiten handelbar und streuen das Anlagerisiko. Denn ein Obligationen-ETF investiert in mehrere unterschiedliche Wertpapiere und minimiert so das Ausfallrisiko einzelner Schuldner.

Ein weiterer Vorteil: In Obligationen-ETF kann oft schon ab 50 CHF investiert werden, in einigen Fällen ist sogar noch weniger Einsatz erforderlich. Dagegen beginnt die Stückelung von Obligationen meist erst ab 1000 CHF und aufwärts.

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