Geldanlagen

So schafft die Künstliche Intelligenz neue Wachstumsmöglichkeiten

Noch vor nicht so langer Zeit kamen Befürchtungen auf, dass die Zeit der ganz grossen Errungenschaften vorbei sein könnte – bis Anwendungen mit künstlicher Intelligenz auf den Markt kamen.

Christoph Sax
Chief Investment Officer
Publiziert am
22. November 2023

Diese Sicht wurde vor allem von den Jahren nach der Finanzkrise 2008 bis 2010 geprägt, als eine Konjunkturdelle die Welt erschütterte. Dazu kommt, dass die Menschheit am Anfang einer Innovationswelle den Umfang und die Dimension oftmals zuerst überschätzt und nach den ersten Misserfolgen dafür unterschätzt. Das zeigte sich beispielsweise auch beim Aufkommen des Internets zur Jahrtausendwende.

Doch nun zeichnet sich ab, dass wir dank der Künstlichen Intelligenz (KI) eine neue Welle der Innovation erreicht haben. Viel ist schon darüber geschrieben worden – ohne zu wissen, was KI heute, in fünf oder in zehn Jahren tatsächlich leisten kann. Prognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage nach KI-Dienstleistungen in den nächsten zehn Jahren massiv zunehmen wird. Die Marktgrösse wird sich verfünffachen - von rund 500 Milliarden Dollar auf über 2,5 Billionen Dollar.

Diese Entwicklung zeigt das Potenzial auf, das KI auch für Unternehmen hat. So ist die Künstliche Intelligenz gerade für die Chip-Hersteller wie Nvidia ein rasant wachsender Markt. Sie können derzeit kaum mithalten mit der grossen Nachfrage nach Hochleistungs-Chips. Beim Beispiel von Nvidia erwarten Analysten, dass sich der Erlös im kommenden Jahr verdoppelt und der Gewinn gar verdreifacht. Das ist aber nur die eine Seite der Geschichte.

Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl an Branchen, die sich dank KI-Anwendungen grosse Effizienzgewinne und die Erschliessung neuer Geschäftsfelder erhoffen. Einige Anwendungsbeispiele sind das autonome Autofahren, das Programmieren und Codieren, die Beurteilung von rechtlichen Fragestellungen, die Verarbeitung von grossen Datenmengen und generell das Automatisieren von einfachen, aber aufwändigen Tätigkeiten.

Die Effizienzgewinne helfen bei der Verbesserung der Profitabilität und Steigerung des Gewinns, die Entwicklungsfortschritte schaffen neue Absatzmärkte und Umsatzwachstum. Solche Szenarien bilden wiederum die Grundlage für langfristig steigende Aktienkurse an den Märkten.

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US-Notenbank deutet vorsichtigen Kurs an

Nach einer Serie von Zinserhöhungen ist die US-Notenbank Fed offenbar auf Vorsicht bedacht. Das geht aus dem jüngsten Protokoll zur Zinssitzung von Anfang November hervor. So hat das Fed bereits zweimal in Folge die Zinsen nicht mehr angetastet. Zwar signalisiert Fed-Chef Jerome Powell, dass die Teuerung von aktuell 3,2 Prozent noch immer inakzeptabel hoch und weit über dem Zielwert von 2 Prozent ist. Dennoch deutete Powell an, dass das Fed bis auf Weiteres zurückhaltender agieren wird. An den Terminmärkten wird damit gerechnet, dass es zu keiner weiteren Zinserhöhung mehr kommt. Eine Lockerung der Geldpolitik wird bereits für Juni 2024 eingepreist.

Deutsche Produzentenpreise geben nach

Die deutschen Produzentenpreise sind im Oktober den vierten Monat in Folge kräftig gefallen. Die Produzenten gewerblicher Produkte – von Butter bis Benzin – verlangten durchschnittlich 11% weniger als ein Jahr zuvor. Das ist eine gute Nachricht für Verbraucher, denn die Produzentenpreise lassen frühe Rückschlüsse auf die Entwicklung der Verbraucherpreise zu. Die Inflationsrate war im Oktober mit 3,8 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen.

Schweizer Industrie wächst

Die Schweizer Industrie hat im dritten Quartal wieder zu Wachstum zurückgefunden. Die Gesamtproduktion von Industrie und Bau legte gegenüber der Vorjahresperiode um 1,6 Prozent zu, der Umsatz wuchs gar um 4 Prozent. Die Wachstumstreiber waren vor allem die Pharmaindustrie und die Energieversorgung, die ihre Produktion um 10,6 bzw. 13,2 Prozent erhöhen konnten. Die Bautätigkeit war leicht rückläufig, wobei dies vor allem auf den Hochbau mit einem Minus von 8,6 Prozent zurückzuführen war.