Vorsorge

Mit diesen Massnahmen sichern sich Lebenspartner besser ab

Das Schweizer Vorsorgesystem ist kaum auf die Situation von Konkubinatspaaren ausgerichtet. Sie müssen besondere Vorkehrungen treffen.

Porträt Nicole Baumgartner

Nicole Baumgartner

Finanzexpertin
Publiziert am
05. Januar 2023

Seit Juli 2022 können gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Wer sich gegen die Heirat entscheidet, sollte wissen: Im Todesfall sind Konkubinatspaare deutlich schlechter abgesichert als verheiratete oder in eingetragener Partnerschaft lebende Paare. Vor diesen Stolpersteinen sollten sie aufpassen:

Keine AHV-Leistungen

Wenn ein Konkubinatspartner stirbt, erhält der überlebende Partner keine Witwen- bzw. Witwerrente aus der AHV. Denn die AHV sichert nur Paare ab, die verheiratet sind oder in eingetragener Partnerschaft leben. Bei einer Trennung können Konkubinatspartner auch keine Teilung der AHV-Gutschriften verlangen.

Pensionskasse informieren

Viele Pensionskassen zahlen im Todesfall freiwillig eine Rente oder eine einmalige Kapitalabfindung aus. Dafür müssen aber gewisse Bedingungen erfüllt sein. Zum Beispiel, dass die Lebenspartnerschaft zum Zeitpunkt des Todes mindestens 5 Jahre dauerte.

Aufgepasst: Unverheiratete müssen ihre Pensionskasse frühzeitig über die Lebensgemeinschaft informieren. Und sie müssen klar bekunden, was mit ihrem Guthaben geschehen soll. Ein Testament, in dem der Partner als Alleinerbe eingesetzt wird, genügt dafür nicht.

In der Säule 3a begünstigen

Bei der Säule 3a sieht das Gesetz vor, dass der Ehepartner an erster Stelle kommt. An zweiter Stelle kann man seinen Konkubinatspartner als Begünstigten einsetzen, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, etwa, dass die Lebensgemeinschaft seit mindestens fünf Jahre dauert. Sind weder Ehepartner noch Kinder vorhanden, kann man seinen Lebenspartner in der Regel auch dann begünstigen, wenn die Lebensgemeinschaft weniger als fünf Jahre dauerte. Dafür muss man den Lebenspartner aber im Testament als Erben einsetzen und die 3a-Vorsorgestiftung informieren.

Tipp: Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit Ihrer Vorsorgestiftung auf und klären Sie ab, wie Sie Ihren Partner in der Säule 3a optimal begünstigen.

Tücken beim Nachlass

Konkubinatspartner gehen leer aus, wenn die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung kommt. Wer seinem Partner einen Teil seines Vermögens vermachen möchte, muss rechtzeitig ein Testament oder einen Erbvertrag aufsetzen.

Wichtig: Seit dem 1. Januar 2023 gilt in der Schweiz das neue Erbrecht. Die Pflichtteile der Kinder sind nun kleiner und jene der Eltern fallen ganz weg. Für gleichgeschlechtliche Paare schafft das teils neue Möglichkeiten, um sich gegenseitig stärker zu begünstigen. Eine Fachperson zeigt Ihnen, was Sie dafür tun müssen.

Folgen für die Steuern

Je nach Kanton müssen Konkubinatspartner sehr hohe Erbschaftssteuern entrichten. Ein Beispiel: Für eine Erbschaft von 500‘000 Franken bezahlt ein Konkubinatspartner in Bern über 40‘000 Franken Steuern:

In einigen Kantonen zahlen selbst langjährige Konkubinatspartner gleich hohe Steuern wie andere Erben, die nicht mit dem Erblasser verwandt sind. Andere Kantone besteuern Konkubinatspartner, die seit mehr als fünf oder zehn Jahren im gleichen Haushalt gelebt haben, deutlich milder.

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