Hypotheken

Kostet eine Saron-Hypothek bald mehr als eine Festhypothek?

Wer eine Hypothek aufnimmt oder erneuert, sollte die Zusammenhänge zwischen Zinspolitik und Hypozinsen verstehen. Das Wichtigste in Kürze.

Adrian Wenger

Hypothekarexperte
Aktualisiert am
22. August 2022

Im Juni hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins von –0,75 auf –0,25 Prozent erhöht. Festhypotheken sind deutlich teurer geworden.

Jetzt befürchten viele, dass sich auch Saron-Hypotheken (Geldmarkt-Hypotheken) bald kräftig verteuern werden. Die folgenden Zusammenhänge gilt es zu verstehen:

  • Der Zins der Saron-Hypothek hängt von der Zinspolitik der SNB ab, während sich die Zinsen für Festhypotheken am Kapitalmarkt orientieren. Das hat zur Folge, dass Saron- Hypotheken erst teurer werden, wenn die SNB ihren Leitzins noch einmal um mehr als 0,25 Prozentpunkte erhöht.
Merkblatt

Saron-Hypothek oder Festhypothek? So entscheiden Sie sich richtig

Das Merkblatt zeigt auf, welche Vor- und Nachteile die beiden Modelle haben und wie viel Geld Sie sparen können, wenn Sie sich für die richtige Hypothekarstrategie entscheiden.

  • Das könnte im September tatsächlich passieren. Die SNB müsste ihren Leitzins aber innert relativ kurzer Zeit um mehr als 2 Prozentpunkte erhöhen, damit Saron-Hypotheken gleich teuer würden wie langfristige Festhypotheken. Das ist eher unwahrscheinlich: Ökonomen erwarten, dass der Leitzins der SNB bis Ende Jahr auf 0,25 Prozent ansteigt. Für 2023 gehen sie davon aus, dass die Nationalbank den Zins nur minim weiter erhöht – auf 0,5 Prozent (Stand Ende August 2022).

Setzen Sie nicht alles auf eine Karte

Viele Hausbesitzer sind trotzdem besorgt, dass ihre Hypothekarkosten stark steigen. Diese Möglichkeiten helfen, sich abzusichern:

  • Legen Sie regelmässig die Differenz zwischen Ihrem aktuellen Zins und einem langfristigen Durchschnittszins von beispielsweise 3 Prozent auf die Seite. Wenn die Zinsen steigen, können Sie auf diese Reserven zurückgreifen.
  • Wenn Sie eine Festhypothek abschliessen, nehmen Sie nur einen Teil fest auf, zum Beispiel ein Drittel bis die Hälfte. Den Rest finanzieren Sie mit einer Saron-Hypothek.
  • Sollten die Zinsen stark steigen, können Sie immer noch eine weitere Tranche umwandeln. Bei den meisten Anbietern ist das jederzeit auf das Ende des nächsten Quartals möglich.

Erfahren Sie Aktuelles zu Hypotheken, Zins- und Marktentwicklungen – mit Tipps zu Ihrer Hypothekarstrategie:

Tipp: Mit dem Zinsalarm des VZ können Sie Zinslimiten festlegen und werden automatisch informiert, wenn diese Limiten über- oder unterschritten werden. So können Sie Ihre Hypothek rechtzeitig in eine Festhypothek umwandeln und profitieren möglicherweise noch viele Jahre von den günstigeren Zinsen.

Denken Sie auch daran, dass die Kosten einer vorzeitigen Auflösung oder Rückzahlung bei Saron-Hypotheken in der Regel viel tiefer sind, während bei Festhypotheken mehrere Zehntausend Franken anfallen können. Eine berufliche Veränderung, eine Scheidung, eine Krankheit oder ein Todesfall können dazu führen, dass Sie das Eigenheim verkaufen und die Hypothek vorzeitig kündigen müssen.

Sie möchten wissen, welche Hypothek für Sie am besten ist? Kommen Sie jetzt ins VZ VermögensZentrum in Ihrer Nähe