Geldanlagen

Kommt es nun an der Börse zur Jahresendrally?

An der Börse lässt sich zum Jahresende häufig ein typisches Muster von steigenden Aktienkursen beobachten. Wer von diesem Szenario ausgeht, setzt am besten auf einen ETF. 

Daniel Weinmann
Anlageexperte
Publiziert am
22. November 2023

Die vergangenen Wochen haben es gezeigt: Es braucht nur einen Hauch von positiven Nachrichten, um den Aktienkursen weltweit Schub zu verleihen. So zum Beispiel Anfang November, als sich andeutete, dass die US-Notenbank Fed wohl keine Zinserhöhungen mehr vornehmen will. Seither ist der amerikanische Leitindex S&P 500 über 5 Prozent angestiegen.

Einerseits haben die Markterwartungen in den letzten Monaten viel Negatives in die Börsenkurse eingepreist, andererseits spielt auch die Saisonalität eine Rolle. Die Finanzmärkte weisen die Tendenz auf, sich zu bestimmten Zeiten in eine bestimmte Richtung zu bewegen. So erzielen bestimmte Anlagen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe in gewissen Jahren, Monaten oder auch Tagen historisch und statistisch betrachtet überdurchschnittlich hohe oder tiefe Renditen.

Eine solche Saisonalität lässt sich zum Beispiel bei Schweizer Aktien feststellen, wenn man die Renditen je Kalendermonat historisch analysiert. Hier zeigt sich, dass die Börsen im Winterhalbjahr tendenziell höhere Renditen je Monat abwerfen als im Sommer (vgl. Grafik).

Die ersten publizierten Untersuchungen zu Saisonalitäten gehen auf die Dreissiger- und Vierzigerjahre des letzten Jahrhunderts zurück. Solche saisonalen Muster können verschiedene Ursachen haben. Eine Rolle spielen können beispielsweise Feiertage, Bonuszahlungen Ende Jahr, Portfolio-Anpassungen der Profi-Anleger per Ende Jahr (Window Dressing) oder generell ökonomische und psychologische Muster.

Saisonale Muster faszinieren viele Anleger. Es gibt aber keine Gewähr, dass sie sich jedes Mal einstellen, auch wenn historisch gesehen ihre Wahrscheinlichkeit relativ gross ist. Zu bedenken gilt auch, dass sich eine Kalenderanomalie mit der Zeit abschwächen oder gar ganz verschwinden kann, wenn zum Beispiel zu viele Anleger Kenntnis davon haben und danach handeln.

Wer angesichts der Daten auf eine Erholungsbewegung an der Börse setzen möchte, sollte an den Grundsätzen des Anlegens festhalten: Auf kostengünstige, transparente und breit abgestützte Anlageprodukte wie ETF setzen. Einzeltitel bergen die Gefahr, dass sie eine allfällige Erholungsbewegung nicht mitmachen oder dass ihr Kurs wegen unternehmensspezifischen News gar abstürzen. ETF ermöglichen es hingegen eine Rendite zu erzielen, die nahe am Markt liegt – für die meisten Anlegerinnen und Anleger ist eine marktgerechte Rendite ideal.

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