Geldanlagen

Die Zuversicht auf eine Zinswende steigt

In den USA mehren sich die Erwartungen, dass die Zinsen den Höhepunkt erreicht haben. Eine erste Senkung könnte bereits im Sommer 2024 erfolgen. 

Christoph Sax
Chief Investment Officer
Publiziert am
08. November 2023

Zum zweiten Mal in Folge hat die amerikanische Notenbank (Fed) entschieden, das Zinsband bei 5,25 bis 5,5 Prozent zu belassen. Gleichzeitig liess Fed-Chef Jerome Powell durchblicken, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinserhöhung abgenommen hat. Die Zuversicht ist damit grösser geworden, dass die Zinsen in den USA ihren Höhepunkt erreicht haben und die Zinswende unmittelbar bevorsteht.

Dieses Bild zeigt sich auch bei den Zinserwartungen an den Märkten. Unmittelbar nach der Zinssitzung haben sich die Markterwartungen für die Zinsentwicklung sichtbar nach unten entwickelt. Bereits für Januar 2025 liegt die Differenz zwischen der blauen und roten Linie bereits bei einem viertel Prozentpunkt aus – also den Umfang eines gesamten Zinsschrittes (vgl. Grafik).

Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung im Dezember oder Januar hat sich damit weiter verringert. Zudem wird eine erste Leitzinssenkung schon für Juni 2024 eingepreist. An den Märkten spricht man plötzlich nicht mehr über die nächste Leitzinserhöhung, sondern über die erste Senkung.

Die Reaktion der Finanzmärkte liess nicht lange auf sich warten. Die Renditen von zehnjährigen US-Staatsanleihen sackten ab, dafür ging es bei den Aktienkursen deutlich nach oben. Gestützt werden die jüngsten Zinserwartungen auch von den aktuellen Daten aus dem US-Arbeitsmarkt. Nach dem überraschend kräftigen Stellenwachstum im September hat sich der Arbeitsmarkt im Oktober wieder spürbar abgekühlt. Es wurden bloss 150’000 neue Stellen geschaffen, erwartet wurden 30'000 mehr. Rund ein Drittel der neuen Stellen entstanden beim Staat. Der Privatsektor hat nur 100’000 Stellen geschaffen. Die Vormonatswerte wurden deutlich nach unten korrigiert. Die Arbeitslosenquote ist gleichzeitig leicht gestiegen, das Jahreswachstum der Stundenlöhne verringerte sich von 4,3 auf 4,1 Prozent.

Es war also genau die Art von Daten, welche die US-Notenbank anstrebt: Weniger Lohndruck führt zu einem geringeren Inflationsdruck. Damit wird die Basis gelegt, um mittelfristig die Zinsen vom aktuell hohen Niveau wieder zu senken.

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