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Der US-Detailhandel steht vor einem guten Weihnachtsgeschäft

Entgegen den vorgängigen Befürchtungen hat der Detailhandel an Black Friday hohe Umsätze erzielt. Die Konsumenten zeigen sich in Kauflaune.

Christoph Sax
Chief Investment Officer
Publiziert am
22. November 2023

Die hohe Inflation in den USA der vergangenen Monate hatte befürchten lassen, dass dieses Jahr das für den Detailhandel wichtige Weihnachtsgeschäft schwächeln könnte. Bereits im Vorfeld hatte die Branche gewarnt, dass die US-Konsumenten bei ihren Einkäufen zurückhaltender und selektiver werden könnten. Doch nun zeigen erste Zahlen, dass die Vorsicht etwas voreilig war.

Der Startschuss zum Weihnachtsgeschäft fällt traditionell mit dem Black Friday sowie dem Cyber Monday. Die Zahlen für den Black Friday zeigen, dass der Online-Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar gestiegen ist. Das ist umso beachtlicher, da der Black-Friday-Onlineumsatz in den zwei vorangegangenen Jahren stagniert hatte (vgl. Grafik).

Auch der Cyber Monday fiel für die Branche positiv aus. Über den Online-Kanal wurden Waren im Wert von 12,4 Milliarden Dollar gekauft – ein Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das gesamte Weihnachtsgeschäft rechnet die National Retail Federation mit einem Umsatzwachstum beim Einzelhandel von 4 Prozent auf 967 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 50 Prozent über die vergangenen neun Jahre.

Der für das laufende Jahr prognostizierte Zuwachs liegt zwar unter den Raten der boomenden Pandemiejahre 2020 und 2021, liegt aber auf dem Niveau der vorangegangenen Jahre. Das Umsatzwachstum war zudem breit abgestützt: Über 200 Millionen Amerikaner shoppten über das Wochenende sowohl im Internet wie auch in den Shops, erwartet wurden im Vorfeld lediglich 182 Millionen. Allerdings ging der Pro-Kopf-Umsatz leicht zurück: Im Vorjahr gaben die Konsumenten im Schnitt 325 Dollar für ihre Schnäppcheneinkäufe aus, dieses Jahr waren es noch 321 Dollar.

Deutlich schwächer fiel Entwicklung der Black-Friday-Umsatzzahlen in der Schweiz aus. Diese nahmen im Vergleich zu 2022 bloss um 2 Prozent auf 490 Millionen Franken zu. Damit liegen die Zahlen hinter den Pandemiejahren zurück, als mit 500 Millionen Franken jeweils ein Rekordwert erzielt wurde.

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