Geldanlagen

Der Start zum Weihnachtsgeschäft ist geglückt

Der «Black Friday» ist der Startschuss zum traditionellen Weihnachtsgeschäft für viele Unternehmen. Die Konsumenten zeigten sich ersten Zahlen zufolge so kauffreudig wie noch nie. 

Christoph Sax

Chief Investment Officer
Publiziert am
30. November 2022

Die Unternehmen in den USA und in der Schweiz sind mehrheitlich mit positiven Vorzeichen ins wichtige Weihnachtsgeschäft gestartet. Der Startschuss für den Schlussspurt des Jahres fällt in der Woche nach dem Thanksgiving-Feiertag. Gerade in den USA sind der «Black Friday» und der «Cyber Monday» die umsatzstärksten Tage des Jahres. Daten für den stationären Handel sind zwar noch nicht verfügbar.

Beim Online-Handel jedoch können die Umsatzzahlen einfach und zeitnah erhoben werden. Gemäss Adobe Analytics dürfte der Online-Umsatz im Weihnachtsgeschäft mit 210 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert erreichen. Das entspräche gegen-über dem Vorjahr einem Zuwachs von 2,5 Prozent.

Im Vergleich zu früheren Jahren ist das Plus eher unterdurchschnittlich. Seit 2017 betrugen die jährlichen Umsatzwachstumsraten für die Zeit von Thanksgiving bis Weihnachten jeweils zwischen 8 und 32 Prozent. Dennoch sind die Zahlen als positiv zu werten. Es zeigt, dass die Kauflust der Konsumenten trotz hoher Inflation ungebrochen ist. Selbst wenn die Einzelhandelsumsätze in den kommenden Quartalen stagnieren oder leicht zurückgehen würden, käme dies lediglich einer Rückkehr zur Normalität gleich.

Denn in den vergangenen zwei Jahren lagen die Konsumentenausgaben für Waren bis zu 15 Prozent über dem langfristigen Trend. Das lag vor allem an den grosszügigen staatlichen Stützungsmassnahmen und dem stark verringerten Dienstleistungskonsum.

Auch in der Schweiz deuten erste Zahlen auf einen boomenden «Black Friday» hin. So erreichten die bargeldlosen Zahlungen am 25. November ein Rekordhoch. Zudem fiel auf, dass im Gegensatz zum Vorjahr, das noch von Corona-Schutzmassnahmen geprägt war, viel mehr Leute wieder in den Läden mit ihren Kredit- und Debitkarten zahlten.

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