Geldanlagen

Das sind die Vorteile einer Faktorstrategie

Passive Geldanlagen wie ETF oder Indexfonds sind äusserst beliebt. Das Rendite-Risiko-Profil dieser Produkte lässt sich noch optimieren, wenn Aktienfaktoren miteinbezogen werden.

Nino Zebiri

Anlageexperte
Publiziert am
30. November 2022

Der Aktienmarkt bietet Anlegern unterschiedliche Renditequellen, sogenannte Aktienfaktoren (oder kurz Faktoren). Darunter werden Eigenschaften bzw. Merkmale von Aktien verstanden, die sich auf deren Kursentwicklung auswirken können.

Hier eine kurze Übersicht:

Qualität: Dieser Faktor ergibt sich aus der Bilanzsituation eines Unternehmens. Bei Turbulenzen an den Finanzmärkten gelten diese Aktien als Stabilitätsanker, weil es sich dabei um gut aufgestellte Unternehmen mit einer niedrigen Verschuldung und einer guten Rentabilität.

Value: Dieser Faktor bezieht sich auf Aktien mit einer tiefen Bewertung. Solche Titel profitieren meist überdurchschnittlich in Spätphasen eines Börsenaufschwungs.

Momentum: Dieser Faktor ergibt sich aus Kursbewegungen. Aktien mit einem Momentum setzen ihren Kurstrend meist über längere Zeit fort – ob nach oben oder unten.

Minimum Volatility: Die Volatilität (engl. Volatility) bezeichnet die Schwankungsanfälligkeit einer Aktie. Der Minimum-Volatility-Faktor kennzeichnet deshalb Aktien, die besonders tiefe Preisschwankungen haben.

Grundsätzlich können Faktoren – durch gezielte Investition in Aktien mit den betreffenden Eigenschaften – eine Zusatzrendite zur Rendite des Gesamtmarktes oder eine Reduktion der Risiken im Portfolio ermöglichen. Bei einer Kombination mehrerer Faktoren kann sogar beides der Fall sein.

Auswahl der passenden Aktien

Auch Anleger, die in kostengünstige ETF und Indexfonds investieren möchten, können auf Faktoren setzen. Bei der Konstruktion von solchen Faktorindizes empfiehlt sich ein Vorgehen in vier Schritten:

Schritt 1: Es wird das sogenannte Anlageuniversum definiert. Es geht also darum, beispielsweise eine Anlageregion wie Aktien Schweiz oder einen Anlagesektor wie Industrie zu bestimmen.

Schritt 2: Es wird festgelegt, welche Aktien aus diesem Anlageuniversum ausgewählt werden – nur eine bestimmte Anzahl oder alle.

Schritt 3: Der Anleger muss sich überlegen, welche Gewichtung die ausgewählten Titel in dem Faktorindex haben sollen. Hierbei gibt es unterschiedliche Verfahren. Werden sämtliche Titel aus einem Anlageuniversum ausgewählt, dürfen diese nicht ausschliesslich nach der Marktkapitalisierung gewichtet werden. Denn sonst würde es zu keiner Abweichung vom Vergleichsindex kommen. Beschränkt sich die Auswahl allerdings auf eine Teilmenge, kann grundsätzlich auch eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung vorgenommen werden. Es gibt auch Gewichtungsansätze, bei denen nur die Faktoren relevant sind, ohne dass die Marktkapitalisierung einbezogen wird. So können Titel mit einer hohen Volatilität beispielsweise geringer gewichtet werden als Titel mit einer tiefen Volatilität. Es können auch mehrere Faktoren kombiniert werden. Dann handelt es sich um Multi-Faktor-Indizes.

Schritt 4: Damit die Indexzusammensetzung im Laufe der Zeit nicht zu stark von der definierten Zielgewichtung abweicht, ist ein regelmässiges Rebalancing erforderlich. Darunter versteht man die Rückführung der prozentualen Gewichtungen auf die ursprünglich festgelegte Grösse. Die Anzahl Titel mit starker Kursentwicklung wird also reduziert – der Anleger streicht also seine Gewinne ein. Titel mit schwächerer Rendite werden wiederum zu tiefen Einstandskursen zugekauft.

Mit ETF in Faktorindex investieren

In den letzten Jahren sind an der Schweizer Börse immer mehr Aktien-ETF lanciert worden, die solche Faktorindizes abbilden. Unter dem Suchbegriff «factor» sind an der Schweizer Börse aktuell 50 ETF zu finden. Der Anleger sollte sich vor dem Entscheid für ein solches Produkt im Faktenblatt informieren, welche Kriterien der ETF anwendet.

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