Geldanlagen

Das sind die Stolpersteine bei der Indexauswahl

Wer mit einem ETF oder Indexfonds in einen bestimmten Markt investieren möchte, muss sich zuerst mit der Wahl des passenden Index auseinandersetzen. Worauf sollte geachtet werden?

Nino Zebiri
Anlageexperte
Publiziert am
13. Dezember 2023

Beinahe wäre der Schweizer Börsen-Leitindex SMI (Swiss Market Index) vor einer grösseren Anpassung gestanden. Die Börsenbetreiberin SIX hatte in Erwägung gezogen, den SMI von bisher 20 auf künftig 30 Unternehmen auszuweiten. Der Plan wird nun aber fallengelassen, nachdem in der Vernehmlassung die Mehrheit der befragten Marktteilnehmer sich dagegen ausgesprochen hat.

Das zeigt, das sich die Struktur eines Index plötzlich ändern kann. Das kennt man auch in Deutschland. Vor etwa zwei Jahren ist der Leitindex DAX von 30 auf 40 Unternehmen ausgeweitet worden. Solche Schritte verändern nicht nur die Gewichtung einzelner Unternehmen im Index, sondern auch die der Sektoren.

Ein weiterer Stolperstein ist die Vielzahl der Indizes. Wer auf Schweizer Aktien setzen möchte, hat eine breite Auswahl: Neben den bekannten Indizes SMI und SPI gibt es unter anderem auch den SMIM, den SPI Extra, den SPI Select Dividend oder den MSCI Switzerland.

All diese Indizes bestehen aus einer unterschiedlichen Anzahl von Titeln und verschiedenen Sektorgewichtungen. Die Auswirkungen davon zeigen sich in der unterschiedlichen Rendite, die in den vergangenen fünf Jahren erzielt werden konnte (vgl. Grafik).

Um solche Stolpersteine zu umgehen, sollten Anleger sich zuerst für einen bestimmten Index entscheiden, bevor sie einen ETF oder Indexfonds auswählen. Viele Indizes gewichten die Titel entsprechend ihrem Börsenwert. Mit passiven Fonds auf solche Indizes nehmen die Anleger ein nicht zu unterschätzendes Klumpenrisiko in Kauf.

So etwa beim SMI: Er umfasst die Aktien der 20 grössten Schweizer Unternehmen. Die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche machen wegen ihres ansehlichen Börsenwerts über 50 Prozent des Indexes aus. Im SPI fallen rund 40 Prozent auf diese drei Grosskonzerne, obwohl der Index mit 215 Titeln nahezu sämtliche an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen abdeckt.

Daher kann von der Vielzahl der Titel nicht zwingend auf eine bessere Diversifikation geschlossen werden. Anders sieht es beim SPI Select Dividend aus, der 20 Aktien mit hohen Dividenden und einer konstanten Dividendenpolitik enthält. Pro Titel strebt der Index eine maximale Gewichtung von 15 Prozent an.

Abhängigkeit von Indexschwergewichten reduzieren

Für Anleger, die bereits in Aktien der grössten Schweizer Unternehmen investiert sind, kann ein ETF oder Indexfonds auf den SMIM oder den SPI Extra eine interessante Ergänzung sein. Die Indizes umfassen kleine und mittelgrosse Unternehmen, die nicht schon im SMI vertreten sind. Dadurch lässt sich die Abhängigkeit von den Indexschwergewichten reduzieren.

Bei weltweiten oder regionalen Aktienindizes ist auch die Diversifikation hinsichtlich Währungen, Branchen und Länder zu berücksichtigen. Zudem sollten die im Index enthaltenen Titel einfach handelbar sein und über eine hohe Liquidität verfügen. Das ermöglicht dem Fonds, die notwendigen Titel kostengünstig zu kaufen und zu verkaufen.

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