Geldanlagen

Aktien-ETF: Die Tops und Flops 2022

Die grossen Aktienmärkte konnten im vergangenen Jahr nicht an das positive Vorjahr anknüpfen. Die meisten ETF-Anlegerinnen und Anleger dürften Kursverluste erlitten haben. Doch einzelne Indizes schnitten positiv ab.

Nino Zebiri

Anlageexperte
Publiziert am
04. Januar 2023

Das Börsenjahr 2022 lief für viele Anleger weniger gut als gewohnt. So verzeichnete der Schweizer Leitindex SMI einen Verlust von rund 14 Prozent (inkl. Dividenden). Auch viele andere wichtige Indizes kamen auf eine ähnlich negative Rendite. Doch einige Aktien-ETF konnten in diesem Umfeld eine positive Rendite generieren.

Der ETF mit der besten Performance 2022 an der SIX auf türkische Titel kommt auf eine Rendite von über 90 Prozent – in Schweizer Franken gerechnet. Doch es gibt auch ETF, die noch stärkere Verluste erleiden mussten als die Leitindizes. Der schlechteste Aktien-ETF auf Krypto- und Blockchainunternehmen büsste rund 86 Prozent ein (siehe Grafik).

Die Kursentwicklung des Aktien-ETF mit der höchsten und der niedrigsten Rendite im Jahr 2022 an der Schweizer Börse SIX (NAV in CHF, inkl. Dividenden). Daten per 31.12.22

Da ETF einen Index nachbilden, sind bei diesen Produkten die historischen Renditen und Schwankungsrisiken des jeweiligen Indexes wichtige Auswahlkriterien. Ein Aktienmarktindex beispielsweise hat in der Regel ein höheres Renditepotenzial als ein Obligationenindex. Bei Aktienindizes bestehen allerdings auch höhere Schwankungsrisiken. Auch innerhalb einer Anlageklasse kann es zu grossen Renditeunterschieden kommen.

Von den rund 1‘700 an der Schweizer Börse SIX gelisteten ETF replizieren fast 1‘200 Aktienindizes. Dabei hatten im vergangenen Jahr jene Aktien-ETF den besten Lauf, welche den türkischen Markt und den US-Energiesektor abbilden (siehe Tabelle). Der Gewinner 2022 ist der HSBC MSCI Turkey UCITS ETF mit einem Kursplus von 91.31 Prozent, gefolgt von dem iShares S&P 500 Energy Sector UCITS ETF (+66.70 Prozent) und dem Xtrackers MSCI USA Energy UCITS ETF (+66.10 Prozent). Die positive Entwicklung von türkischen Aktien trotz der schwachen Lira nach der negativen Rendite in den Vorjahren hatten nur wenige Experten auf dem Zettel.

Der vom besten Produkt abgebildete MSCI Turkey gibt die Wertentwicklung von 12 Unternehmen wieder, wobei 85 Prozent des Aktienuniversums der Türkei abgedeckt werden. Die drei grössten Titel weisen eine Gewichtung von über 30 Prozent auf.

Auf den Plätzen zwei bis fünf befinden sich Produkte auf US-Energieaktien. Dies ist wenig überraschend, da aufgrund des zwischenzeitlich starken Energiepreisanstiegs infolge der Ukraine-Krise Energietitel stark gefragt waren.

Das Verliererfeld wird angeführt von einem ETF auf einen Index, der aus Unternehmen besteht, die im Segment der digitalen Vermögenswerte tätig sind (-85.69 Prozent). Dies ist auf die Verluste auf dem Kryptowährungsmarkt zurückzuführen (siehe Tabelle).

Zu den weiteren Flop-ETF zählten ebenfalls Produkte mit Bezug zu Blockchain und digitale Vermögenswerte. Ebenfalls negativ schnitten ETF auf E-Commerce und Cannabis ab. Insbesondere der Onlinehandel litt nach dem Ende einschneidender Corona-Massnahmen in vielen Ländern. Dies zeigt zudem sehr gut auf, dass Trendthemen sich innert eines Jahres auch stark negativ entwickeln können

ETF sind beliebt, weil sie günstig und liquide sind und eine gute Diversifikation des Anlagerisikos bieten. Die grösste Schwierigkeit besteht darin, das passende Produkt zu finden. Neben den an der SIX kotierten ETF steht eine ebenfalls grosse Zahl von – nicht an der Börse kotierten – Indexfonds zur Auswahl. Als Privatanleger hier einen Überblick zu bekommen ist sehr herausfordernd.

Das alles sollte dem Anleger vor dem Kauf eines solchen Fonds bekannt sein. Deswegen empfiehlt es sich, die Auswahl einem produktunabhängigen Experten zu überlassen, der alle verfügbaren Produkte auf Herz und Nieren prüft und sie regelmässig überwacht.

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