Vorsorgeauftrag statt KESB

Wenn Sie nicht mehr selbst urteilen können, muss die Erwachsenenschutzbehörde (KESB) wichtige Dinge entscheiden, die Sie betreffen. Mit einem Vorsorgeauftrag kommen Sie dem zuvor.

Ein Unfall, eine schwere Krankheit, Demenz oder Altersschwäche können dazu führen, dass man nicht mehr urteilsfähig ist. In so einem Fall muss die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) von Gesetzes wegen die Urteilsunfähigkeit feststellen und abklären, ob eine Beistandschaft erforderlich ist.

Die betroffene Person kann selbst einen Beistand vorschlagen, sofern sie dazu in der Lage ist. Auch die Angehörigen und andere nahestehende Personen dürfen Wünsche äussern. Die KESB kann sich aber über diese Wünsche hinwegsetzen, wenn sie eine andere Person für geeigneter hält.

Das Abklärungsverfahren dauert unter Umständen mehrere Monate. In dieser Zeit kann das Vermögen der urteilsunfähigen Person Schaden nehmen, weil nicht klar ist, wer handlungsberechtigt ist.

Sorgen Sie vor für den Fall, dass Sie urteilsunfähig werden

In einem Vorsorgeauftrag können Sie rechtzeitig regeln, wer Sie betreuen soll, wer für Ihre finanziellen Angelegenheiten zuständig ist und wer Sie rechtlich vertritt in Situationen, in denen Sie Ihre Wünsche nicht mehr ausdrücken können.

Liegt ein detaillierter Vorsorgeauftrag vor, verzichtet die KESB in der Regel auf eine Beistandschaft. Ein Vorsorgeauftrag hilft auch, die Abklärungen der KESB zu beschleunigen. Sie muss dann nur die Urteilsunfähigkeit feststellen und prüfen, ob der Vorsorgeauftrag die gesetzlichen Formvorschriften erfüllt. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, händigt die Behörde der beauftragten Person eine Urkunde aus, mit der sie zum Beispiel über das Bankkonto verfügen und Verträge kündigen kann.

So verfassen Sie einen Vorsorgeauftrag

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