Den Pensionskassen-Ausweis richtig lesen

Anfang Jahr erhalten die meisten Erwerbstätigen den neuen Ausweis ihrer Pensionskasse. Diesen Ausweis und das Reglement der Pensionskasse sollte man nicht einfach unbesehen in einem Ordner ablegen, sondern sorgfältig studieren.

Der jährliche Pensionskassen-Ausweis enthält wichtige Informationen. Er zeigt zum Beispiel, wie hoch die Rente nach der Pensionierung ausfällt, welche Leistungen die Hinterbliebenen bekommen und welche Rente die Pensionskasse zahlt, falls man invalid werden sollte.

Nur mit diesen Informationen lässt sich beurteilen, ob die Leistungen aus der eigenen Pensionskasse ausreichend sind oder ob man sich zusätzlich finanziell absichern sollte. Dazu zwei Beispiele:

Entwicklung Altersguthaben

Das Altersguthaben umfasst alle Sparbeiträge, die man zusammen mit dem Arbeitgeber bisher eingezahlt hat, zuzüglich der Zinsgutschriften.

Tipp: Vergleichen Sie Ihr aktuelles Guthaben mit dem letztjährigen Ausweis. Ihr Guthaben sollte mindestens um die Sparbeiträge gestiegen sein, die Sie und Ihr Arbeitgeber letztes Jahr einbezahlt haben. Dazu kommt die Zinsgutschrift auf dem gesamten Guthaben. Wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie von Ihrer Pensionskasse Rechenschaft verlangen.

Leistungen im Alter

Das Alterskapital bezeichnet das Guthaben, das man bis zu seiner Pensionierung voraussichtlich angespart haben wird. Es handelt sich um eine Hochrechnung, bei der die Pensionskasse davon ausgeht, dass man bis zur Pensionierung immer gleich viel verdient.

Tipp: Je länger es noch dauert, bis Sie pensioniert werden, desto weniger aussagekräftig sind die Altersleistungen in Ihrem Ausweis. Erstens wird sich Ihr Lohn wahrscheinlich von Jahr zu Jahr ändern – im Normalfall wird er laufend steigen. Zweitens werden die Umwandlungssätze künftig weiter sinken. Setzen Sie sich ab 50 darum mit Ihrer finanziellen Situation nach der Pensionierung auseinander. Das gibt Ihnen einen Anhaltspunkt, ob Ihr Einkommen im Alter ausreicht, oder ob Sie zusätzlich Geld auf die Seite legen sollten. Wenn Sie erst kurz vor der 64/65 eine Einkommenslücke feststellen, bleibt keine Zeit mehr, diese Lücke zu schliessen.

Leistungen für Hinterbliebene

Witwen und Witwer erhalten eine Hinterbliebenenrente der Pensionskasse ihres verstorbenen Ehepartners, wenn sie älter als 45 sind und die Ehe mindestens fünf Jahre gedauert hat, oder wenn sie für den Unterhalt von Kindern aufkommen müssen.

Tipp: Klären Sie ab, ob Ihre Hinterbliebenen von den Leistungen der AHV und Pensionskasse leben können, wenn Sie sterben. Einen Fehlbetrag decken Sie in der Regel am besten mit einer separaten Todesfallrisiko-Versicherung ab. Und Konkubinatspaare sollten abklären, ob ihre Pensionskasse auch Leistungen an den hinterbliebenen Partner vorsieht, und welche Voraussetzungen für eine Partnerrente erfüllt sein müssen!

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