Die optimale Zusatzversicherung

Die Zusatzversicherung der Krankenversicherung ist eine sehr persönliche Sache. Ihr Versicherungsbedarf hängt von Ihrer gesundheitlichen Verfassung, Ihrem Sicherheitsbedürfnis, Ihrer Lebenssituation und Ihren Prioritäten ab.

Klären Sie Ihre Bedürfnisse

Wie hoch sind Ihre durchschnittlichen Gesundheitskosten? Können Sie auf freie Arztwahl verzichten? Genügt Ihnen die Unterbringung in der allgemeinen Abteilung? Wollen Sie vom Chefarzt behandelt werden? Brauchen Sie einen umfassenden Auslandschutz? Sind Sie bereit, für einen maximalen Versicherungsschutz viel Geld zu bezahlen?

Vorsicht bei Einstiegsrabatten

Einige Kassen gewähren bereits beim Einstieg hohe Schadenfreiheitsrabatte. 

Fragen Sie immer nach, um wie viel sich Ihre Prämie erhöht, wenn Sie Leistungen beanspruchen!   

Meiden Sie Verträge, die Sie mehrere Jahre binden

Bei Mehrjahresverträgen bleiben Sie in der Regel für die ganze Laufzeit an den Versicherer gebunden. Vorzeitig auflösen können Sie den Vertrag nur im Falle einer Prämienerhöhung (innert 25 oder 30 Tagen nach Ankündigung) oder im Falle eines Schadens. 

Solche Knebelverträge kennen zum Beispiel Assura, CSS und Groupe Mutuel.

Erkundigen Sie sich, wie viel Sie später zahlen müssen

Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach, wie stark Ihre Prämie voraussichtlich mit zunehmendem Alter ansteigt. 

Bei einigen Kassen lässt sich bereits heute voraussehen, dass die Prämien im Alter unbezahlbar werden.

Vergleichen Sie Prämien und Leistungen

Auch bei den Spitalzusätzen gibt es grosse Prämienunterschiede. Anders als in der Grundversicherung besteht für die Kasse aber kein Zwang, jemanden aufzunehmen. 

Eine Kasse kann wegen Ihrer medizinischen Vorgeschichte die Aufnahme verweigern oder einen Vorbehalt aussprechen. Die Kasse zahlt dann nichts für eine künftige Behandlung von Krankheiten oder Unfallfolgen, die bereits bei Vertragsabschluss bestehen.

Das müssen Sie über Pflegezusätze wissen

Die freiwilligen Krankenpflegezusätze ergänzen die obligatorische Grundversicherung dort, wo sie keine oder ungenügende Leistungen erbringt.

Krankenpflegezusätze sind meist nur als Leistungspakete erhältlich. Die Kassen dürfen sie beliebig zusammenstellen. Der Nachteil: Wer eine Krankenpflegezusatzversicherung nur wegen einzelner Zusatzleistungen abschliesst, zahlt gezwungenermassen auch für unnötige Deckungen.

Bei den freiwilligen Zusatzversicherungen ist keine Kasse verpflichtet, Sie zu versichern. Eine Krankenkasse kann älteren oder kranken Versicherten die Neuaufnahme in eine Zusatzversicherung ohne Angabe von Gründen verweigern oder gewisse Leistungen ausschliessen.

Klären Sie rechtzeitig, welche Kosten Ihre Kasse übernimmt

Spitalzusatzversicherte haben heute keine absolute Sicherheit mehr, dass Sie sich in jeder Privatklinik behandeln lassen können. Wenn eine Krankenkasse keinen Tarifvertrag mit der ausgewählten Klinik abgeschlossen hat, müssen die Versicherten einen Teil der Kosten selber übernehmen. 

Darum gilt: Verlangen Sie bei planbaren Operationen unbedingt vorher eine Gutsprache für die vollumfängliche Kostenübernahme von Ihrer Kasse!

Prüfen Sie einen freiwilligen Selbstbehalt

Wenn Sie einen Selbstbehalt für den halbprivaten oder privaten Spitalaufenthalt vereinbaren, können Sie zwischen 10% und 70% der Prämie einsparen. Der Rabatt für den gleichen Selbstbehalt variiert von Kasse zu Kasse. 

Sie können Ihre Kasse anfragen, ob sie Ihnen den Selbstbehalt erlässt bzw. reduziert, wenn Sie sich freiwillig in der allgemeinen Abteilung behandeln lassen. 

Achtung: Den gewählten Selbstbehalt müssen Sie im Falle eines Spitalaufenthaltes zusätzlich zu Franchise und Selbstbehalt in der Grundversicherung bezahlen.

Geburt ausschliessen

Frauen ohne Kinderwunsch sollten eine Kasse wählen, bei der sie die Kosten für eine Geburt in der Spitalzusatzversicherung ausschliessen können. 

Spitalzusatzversicherungen ohne Geburtendeckung sind je nach Kasse 20 bis 40% günstiger. 

Erkundigen Sie sich unbedingt nach den Karenzfristen (Wartefristen) der Kassen für Mutterschaftsleistungen. Je nach Kasse muss die Zusatzversicherung während mindestens 270 oder 365 Tage vor dem Geburtstermin des Kindes in Kraft gewesen sein!

Schliessen Sie sich einem Kollektivvertrag an

Erkundigen Sie sich, ob bei Ihrem Arbeitgeber, Ihrem Verein, Berufs- oder Branchen-Verband eine Kollektiv-Spitalzusatzversicherung besteht. 

Wer einer Kollektivversicherung beitreten kann, spart zwischen 10% und 20% der Zusatzversicherungsprämien.

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