Die optimale Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist eine sehr persönliche Sache. Ihr Versicherungsbedarf hängt von Ihrer gesundheitlichen Verfassung, Ihrem Sicherheitsbedürfnis, Ihrer Lebenssituation und Ihren Prioritäten ab.

Optimieren Sie Ihre Franchise

Für Kinder gibt es keine Minimalfranchise. Erwachsene müssen mindestens die ersten 300 Franken selber übernehmen. Seit 2005 dürfen die Kassen je nach Franchise die folgenden gesetzlichen Maximalrabatte gewähren: 

Erwachsene Kinder/ Jugendliche bis 18 Jahre
500 Franken: 140 Fr./Jahr 100 Franken: 70 Fr./Jahr
1000 Franken: 490 Fr./Jahr 200 Franken: 140 Fr./Jahr
1500 Franken: 840 Fr./Jahr 300 Franken: 210 Fr./Jahr
2000 Franken: 1190 Fr./Jahr 400 Franken: 280 Fr./Jahr
2500 Franken: 1540 Fr./Jahr  500 Franken: 350 Fr./Jahr
  600 Franken: 420 Fr./Jahr

Ihre optimale Franchise hängt von den effektiven Gesundheitskosten ab, die von der Grundversicherung übernommen werden (Arzt-, Spital-, Medikamentenkosten etc.).

Sie können die freiwillig erhöhte Franchise in der Grundversicherung jedes Jahr wieder herabsetzen, z. B. wenn Sie deutlich höhere Gesundheitskosten erwarten. 

Schliessen Sie sich einem Hausarztnetzwerk an

Prämiensparpotenzial: bis 20%

Ein Hausarztnetzwerk ist ein regionaler Zusammenschluss von frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzten. Hausarzt-Versicherte wählen aus einer Liste ihrer Krankenkasse einen Hausarzt aus. Mit einer Hausarzt-Versicherung schränken Sie nicht die Leistungen der Grundversicherung ein, sondern verzichten lediglich auf die freie Arztwahl.

Hausarzt-Versicherte verpflichten sich, immer zuerst Ihren Arzt oder Ihre Ärztin zu konsultieren − ausser in Notfällen, bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen oder Konsultationen von Zahn- oder Augenarzt. Falls nötig, werden Sie von dort an eine Spezialistin/einen Spezialisten oder ins Spital überwiesen. 

Wählen Sie eine Gesundheitspraxis

Prämiensparpotenzial: bis zu 25%

Eine HMO-Praxis ist eine Gruppenpraxis, in der neben Allgemeinärzten teilweise auch Gynäkologen oder Therapeuten verschiedener Fachrichtungen tätig sind (z.B. Physiotherapie, Ernährungsberatung etc.). Mit einer HMO-Versicherung können Sie alle Leistungen der Grundversicherung beanspruchen − mit Ausnahme der freien Arztwahl.

HMO-Versicherte verpflichten sich, immer zuerst Ihre HMO-Praxis aufzusuchen − ausser in Notfällen, bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen oder Konsultationen von Zahn- oder Augenarzt. Falls nötig, werden Sie von dort an eine Spezialistin/einen Spezialisten oder ins Spital überwiesen. 

Lassen Sie sich telefonisch beraten

Prämiensparpotenzial: bis 20% 

Die Ärztinnen und Ärzte am Beratungstelefon stehen rund um die Uhr zur Verfügung und geben ihre Empfehlung ab, ob ein Arztbesuch oder eine Einweisung in ein Spital notwendig ist, oder ob sich ein Patient selber helfen kann. Diese Empfehlung ist teilweise nicht verbindlich und die freie Arztwahl ist, je nach Modell, nicht eingeschränkt. 

Wer dieses Sparmodell wählt, muss einen ärztlichen Beratungsdienst anrufen, bevor er zum Arzt geht − ausser in Notfällen, bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen oder Konsultationen von Zahn- oder Augenarzt.   

Prüfen Sie das Bonus-Modell

Prämiensparpotenzial: 40%

Dieses Modell funktioniert ähnlich wie die Autoversicherung mit dem Bonus-Malus-System. Wer die Grundversicherung nicht beansprucht, zahlt tiefere Prämien (Mutterschaft und medizinische Prävention sind ausgenommen). Im ersten Jahr steigt die Prämie zwar um 10%, danach sinkt sie aber in jedem leistungsfreien Jahr, bis nach fünf Jahren nur noch rund 60% der Normalprämie zu zahlen sind.

Wählen Sie eine Kasse mit grosszügigem Jugendrabatt

Junge Leute zwischen 19 und 25 Jahren erhalten bei den meisten Krankenkassen eine Prämienermässigung. 

Wählen Sie eine günstige Kasse

Trotz einheitlichen Leistungen in der obligatorischen Grundversicherung bestehen grosse Prämienunterschiede. Die Grundversicherung können Sie in den allermeisten Fällen ohne Nachteile wechseln, auch wenn Sie älter, krank oder schwanger sind. 

Keine Angst vor kleineren Kassen: Das KVG sorgt dafür, dass Versicherte nicht zu Schaden kommen können, selbst wenn eine Kasse zahlungsunfähig wird. 

Nutzen Sie Verbilligungen, die Ihnen zustehen

Personen in bescheidenen Einkommens- und Vermögensverhältnissen steht eine Prämienverbilligung zu. Wie die Subventionen verteilt werden, bestimmt Ihr Wohnkanton. 

Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer Wohngemeinde nach, ob Sie Anrecht auf eine staatliche Prämienverbilligung haben.     

Schliessen Sie die Unfallversicherung aus, wenn Sie schon versichert sind

Wenn Sie mehr als 8 Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, können Sie den Unfallschutz in der Grundversicherung ausschliessen. Damit reduziert sich Ihre Prämie je nach Kasse um 5 bis 7%. 

Sobald Sie nicht mehr vom Arbeitgeber versichert sind, müssen Sie das der Krankenkasse umgehend melden, damit keine Deckungslücke entsteht. 

Diese Seite teilen