Wie kann ich Erbschafts- und Schenkungssteuern sparen?

Ehepartner und direkte Nachkommen sind heute fast in allen Kantonen von der Erbschaftssteuer befreit. Weiter entfernte Verwandte und vor allem Nichtverwandte wie Konkubinatspartner müssen je nach Kanton aber nach wie vor sehr hohe Steuern zahlen auf Erbschaften und Schenkungen.

Bei hohen Beträgen fällt oft ein Viertel oder gar die Hälfte der Erbschaft an den Staat, wenn der Erblasser nicht rechtzeitig geeignete Massnahmen eingeleitet hat.

Grosse Unterschiede von Kanton zu Kanton

Die Steuersätze unterscheiden sich von Kanton zu Kanton stark. Mit einem Umzug in einen steuergünstigen Kanton lassen sich die Erbschaftssteuern zum Beispiel von Konkubinatspartnern deutlich verringern. Die Steuern werden vom Kanton erhoben, in dem der Erblasser seinen Wohnsitz hatte.

Eine Alternative zu diesem grossen Schritt ist der Kauf eines Hauses in einem Kanton mit tiefen Steuern, das man dann bereits zu Lebzeiten steuergünstig verschenken kann, weil in diesem Fall die Steuertarife des Kantons gelten, in dem sich die Immobilie befindet. Geht die Liegenschaft erst nach dem Tod auf die Erben über, fallen am Wohnsitz des Verstorbenen allenfalls Erbschaftssteuern an.

Erbvorbezüge über mehrere Jahre verteilen

In bestimmten Kantonen lohnt es sich, Erbvorbezüge und Schenkungen über mehrere Jahre zu staffeln und so die Steuerprogression zu brechen. Ein weiterer Vorteil von Erbvorbezügen: Ihr künftiger Wertzuwachs unterliegt nicht der Erbschafts- oder Schenkungssteuer.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen verschenkten Gegenstand mit einer Nutzniessung zu belegen. Dadurch vermindert sich die Höhe der Schenkung um den kapitalisierten Wert der Nutzniessung.

Vor- und Nacherben

Je nach Verwandtschaftsgrad lassen sich auch Erbschaftssteuern sparen, indem man Vor- und Nacherben einsetzt. Oder man investiert in Versicherungen: Leistungen an die Hinterbliebenen aus Sozialversicherungen und privaten Lebensversicherungen fallen in der Regel nicht unter die Erbschaftssteuer.

Es gibt keine allgemein gültige Antwort, welche der zahlreichen Möglichkeiten und Kombinationen die beste ist. Entscheidend sind die Familienverhältnisse und die Zusammensetzung des Vermögens.

Wichtige Begriffe

  • Erbvorbezug
    Wird ein Vermögenswert an einen gesetzlichen Erben wie einen Sohn oder eine Tochter übertragen, handelt es sich immer um einen Erbvorbezug. Ausgenommen davon sind die üblichen Gelegenheitsgeschenke. Ein Erbvorbezug wird ohne anderslautende Verfügung des Erblassers an das Erbe des Beschenkten angerechnet.
    Es besteht allerdings weder zu Lebzeiten noch nach dem Tod die Pflicht, seine Erben gleich zu behandeln. So kann die Mutter nur dem einen Sohn einen Erbvorbezug gewähren, ohne dass der andere etwas dagegen unternehmen kann. Und sie kann den beschenkten Sohn von der Ausgleichungspflicht befreien. Das bedeutet, dass er sich den Erbvorbezug nicht an sein Erbe anrechnen lassen muss.
  • Schenkung
    Eine Schenkung ist die Weitergabe von Vermögenswerten an eine Person, die nicht gesetzlicher Erbe ist.
    Bei einer Schenkung besteht grundsätzlich keine Ausgleichungspflicht. Der Beschenkte muss sich das Geschenk nach dem Tod des Schenkers nicht an sein Erbe anrechnen lassen – ausser der Schenker hat Pflichtteile verletzt und die Schenkung liegt weniger als fünf Jahre zurück.
  • Vor- und Nacherben
    In einem Testament kann man festhalten, wer die freie Quote nach seinem Tod erhält. Und man kann auch bestimmten, wer die freie Quote nach dem Tod des ersten Erben, des so genannten Vorerben, bekommen soll.
    In diesem Fall darf der Vorerbe das geerbte Vermögen nur verwalten und die Erträge daraus behalten. Die Vermögenssubstanz darf er aber nicht vermindern.
    Mit dieser Massnahme kann der Erblasser sicherstellen, dass die Nacherben nicht leer ausgehen, weil der Vorerbe das ganze Vermögen aufgebraucht hat.

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