Steueroptimierung: So nagt der Fiskus am Vermögen

Die meisten Steuerpflichtigen zahlen keine oder nur tiefe Vermögenssteuern. Bei grossen Vermögen kann die Steuer jedoch stark ins Gewicht fallen.

Fast alle Vermögenswerte, die man besitzt, muss man als Vermögen versteuern. Nicht nur Bargeld, Kontoguthaben, Wertschriften und Liegenschaften werden in der Steuererklärung als Vermögensteile erfasst, sondern in vielen Kantonen auch Fahrzeuge, Boote und Flugzeuge, sofern sie nicht geleast und damit nicht Eigentum des Steuerpflichtigen sind. Versteuern muss man auch Vermögenswerte, die man zur Nutzniessung besitzt.

Steuerfrei und abzugsfähig

Von der Vermögenssteuer befreit sind dagegen die Guthaben in der Pensionskasse und in der Säule 3a. Sie werden erst später beim Bezug des Guthabens besteuert. Auch Möbel, Kleider, Schmuck, Bilder und andere Kunstgegenstände sind in der Regel steuerfrei, wenn ihr Wert nicht deutlich über das hinausgeht, was in einem durchschnittlichen Haushalt üblich ist. Dann gelten solche Gegenstände als Kapitalanlage. Sie werden eingeschätzt und gehören zum steuerbaren Vermögen.

Vom Vermögen abgezogen werden die Schulden, zum Beispiel Bankkredite oder Darlehen von Privaten. Die meisten Kantone kennen zudem Steuerfreibeträge für Verheiratete und Alleinstehende. Oft erhöht sich der Freibetrag um einen bestimmten Betrag pro Kind, das im gleichen Haushalt lebt.

Steuer für grosse Vermögen

Die steuerfreien Beträge sind in den meisten Kantonen recht hoch und die Steuersätze steigen erst bei grossen Vermögen steil an. Bei grossen Vermögen kann die Vermögenssteuer allerdings stark ins Gewicht fallen. Sehr vermögende Personen zahlen unter Umständen sogar mehr Vermögens- als Einkommenssteuern. Pensionierte zahlen häufig deutlich mehr Vermögenssteuern als in der Zeit, in der sie erwerbstätig waren.

Vorsorgeguthaben in der Pensionskasse und der Säule 3a, die bei der Pensionierung zur Auszahlung gelangen, erhöhen das steuerbare Vermögen unter Umständen beträchtlich. Die Steuern sind aber in der Regel deutlich geringer, als wenn man das Pensionskassenguthaben in Rentenform bezieht. Die Rente ist nämlich jedes Jahr vollumfänglich als Einkommen zu versteuern.

Kantonal grosse Unterschiede Wie bei der Einkommenssteuer fällt die Belastung auch bei der Vermögenssteuer von Kanton zu Kanton unterschiedlich aus. Und auch hier sind die Steuertarife meistens progressiv ausgestaltet. 

Möglichkeiten zur Steueroptimierung

Mit einem Wohnortwechsel kann man also unter Umständen sehr viel Steuern sparen. Bei so einem Entscheid sollte man natürlich immer alle finanziellen Auswirkungen berücksichtigen. An steuergünstigen Orten sind sehr oft die Immobilienpreise deutlich höher. Ausserdem machen unter Umständen höhere Einkommensteuern oder Erbschafts- und Schenkungssteuern den Vorteil bei der Vermögenssteuer wieder wett.

Eine weit verbreitete Möglichkeit, um Steuern zu sparen, ist der Kauf einer Liegenschaft. Der Steuerwert einer Liegenschaft beträgt in der Regel je nach Kanton 60 bis 90 Prozent des Verkehrswerts beziehungsweise des Kaufpreises. Auch Einzahlungen in die Säule 3a und Einkäufe in die Pensionskasse mindern das steuerbare Vermögen, da Vorsorgeguthaben von der Vermögenssteuer befreit sind.

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