Schenkung mit Nutzniessung

Statt jemandem einen Geldbetrag oder eine Sache zu schenken, kann man ihm auch nur die Nutzniessung daran übertragen. Der Begünstigte darf dieses Vermögen nutzen und die Erträge daraus behalten.

Bei Wertschriften sind das zum Beispiel die Zinsen und Dividenden, bei Liegenschaften die Mieterträge.

Der Nutzniesser muss allerdings die Kosten für den Unterhalt und die Bewirtschaftung der Sache, die Zinsen für die Schulden darauf sowie die Steuern tragen.

Weil der Nutzniesser aber nicht Eigentümer ist, darf er das Vermögen nicht schmälern, zum Beispiel indem er die Liegenschaft verkauft.

Die Eigentümer eines Vermögenswertes, der mit einer lebenslänglichen Nutzniessung belastet ist, können erst nach dem Tod des Nutzniessers frei darüber verfügen. Der Betrag, der als Schenkung angerechnet wird, vermindert sich um den kapitalisierten Wert der Nutzniessung.

Beispiel: Ein 60-Jähriger überträgt seiner Konkubinatspartnerin ein Haus im Kanton Zürich im Wert von 1 Million Franken. Er behält sich jedoch ein lebenslängliches Nutzniessungsrecht vor. Der kapitalisierte Wert der Nutzniessung beträgt 576’000 Franken (siehe Tabelle).

Steuerersparnis dank Nutzniessung
Beispiel: Liegenschaft im Kanton Zürich, Verkehrswert 1 Mio. Franken, Marktmiete 32’500 Franken. Der bisherige Besitzer ist 60 Jahre alt, Übertragung der Liegenschaft an die Konkubinatspartnerin.
Steuerersparnis dank Nutzniessung

Statt 950’000 Franken (1 Million abzüglich des Freibetrags von 50’000 Franken) muss seine Lebenspartnerin nur 374’000 Franken versteuern und spart über 200’000 Franken Steuern. Je jünger der Nutzniesser ist, desto höher ist der kapitalisierte Wert des Nutzniessungsrechts und damit die Steuerersparnis. 

In manchen Kantonen rechnen die Steuerbehörden die kapitalisierte Nutzniessung beim Tod des Schenkers wieder auf. Damit kann der Steuervorteil im Nachhinein wegfallen.

Diese Seite teilen