Tiefere Verzinsung in der Pensionskasse zwingt zu mehr Eigenverantwortung

Wegen der steigenden Lebenserwartung und der tiefen Zinsen kürzen Pensionskassen die Leistungen. Umso wichtiger wird die freiwillige Vorsorge.

Viele Jahre lang war die Mindestverzinsung in der beruflichen Vorsorge auf vier Prozent fixiert. Neben den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen galt der Zins als wichtigster Beitragszahler – bis der Bundesrat den Mindestzins ab 2003 zum ersten Mal senkte. Seither bewegte er sich nochmals deutlich nach unten.

Seit 2018 werden die Altersguthaben der aktiven Angestellten mit nur noch 1 Prozent verzinst. Damit fällt der dritte Beitragszahler praktisch weg, und als Folge davon schrumpft das Altersguthaben (siehe Grafik).

Zinssenkung lässt das PK-Guthaben schrumpfen
Beispiel: AHV-Lohn: 65'000 Franken, Teuerung 1% p.a., Lohnerhöhung alle 5 Jahre um 5%, Sparplan gemäss BVG. Mit 4 Prozent Zins wächst das Altersguthaben auf 715'026 Franken. Mit 1,25 Prozent schrumpft das Guthaben um 35 Prozent oder 253'900 Franken.
Zinssenkung lässt das PK-Guthaben schrumpfen

Zusätzliches Vermögen ansparen

Um sein Einkommen im Alter zu sichern, sollte man deshalb in die eigene Vorsorge investieren. Pensionskassen bieten zum Beispiel die Möglichkeit, sich mit zusätzlichen Beiträgen einzukaufen und so das eigene Altersguthaben aufzustocken.

Diese können schliesslich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Deutlich früher sollte man mit der Einzahlung in die Säule 3a beginnen. Wichtig ist, dass man das Sparen vom Versichern (Tod oder Invalidität) trennt. Gemischte 3a-Policen schränken in der Regel die finanzielle Flexibilität ein, weil jedes Jahr eine Prämie fällig wird. Es lohnt sich deshalb, bei einer Bank ein Säule-3a-Konto zu eröffnen, wobei nur für das Alter gespart wird, und sich falls nötig separat bei einer Versicherung gegen die Risiken Tod und Invalidität abzusichern.

Erwerbstätige mit Pensionskasse können dieses Jahr bis zu 6826 Franken in die Säule 3a einzahlen und den ganzen Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Bei grossen Beträgen ist es sinnvoll, je nach Kanton zwei oder noch mehr Vorsorgekonten einzurichten. So kann man bei der Pensionierung die Konten über mehrere Jahre gestaffelt auflösen. Damit reduziert sich die Steuerbelastung.

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