Teure Pflege im Alter: Sorgen Sie rechtzeitig vor

Die letzten Lebensjahre sind oft die teuersten. Wer aber gut vorsorgt, verhindert, dass die Pflegekosten die ganzen Ersparnisse aufzehren.

Wegen der steigenden Lebenserwartung sind immer mehr ältere Menschen auf professionelle Hilfe angewiesen – zu Hause oder im Pflegeheim. Die Kosten dafür müssen sie zum Teil selber tragen. Die Krankenkasse übernimmt grundsätzlich die Kosten für Grundpflege, medizinische Untersuchungen und Behandlungen sowie für Beratung und Abklärung. Die Pensions- und Betreuungskosten muss man aber selbst bezahlen.

2015 beliefen sich die durchschnittlichen Kosten in Schweizer Alters- und Pflegeheimen auf 8973 Franken pro Monat. Davon mussten die Heimbewohner 5083 Franken selbst tragen. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das fast 61’000 Franken.

Im Durchschnitt beträgt die Aufenthaltszeit in der Langzeitpflege 897 Tage. Hochgerechnet mit den durchschnittlichen Kosten von 2015 können so ungedeckte Kosten von über 150’000 Franken entstehen. Und bevor sie in ein Alters- oder Pflegeheim ziehen, nutzen viele ältere Menschen Spitex-Leistungen. Auch diese werden nicht vollständig von der Krankenkasse bezahlt.

Durchschnittliche Kosten von Alters- und Pflegeheimen (2015)
Durchschnittliche Kosten von Alters- und Pflegeheimen (2015)

Für den Pflegefall sparen

Um die Kosten für den Pflegefall zu decken, bieten mehrere Krankenkassen Zusatzversicherungen an. Diese sind jedoch sehr teuer und wenig transparent. Zudem werden die Leistungen in der Regel erst zwei Jahre nach Beginn der Pflegebedürftigkeit ausgerichtet.

Darum ist es besser, privat vorzusorgen. Zum Beispiel mit der Säule 3a – es lohnt sich, kein Jahr auszulassen und den maximalen Betrag zu überweisen. Oder mit einem Sparkonto: Wer monatlich 500 Franken zur Seite legt, hat in 20 Jahren auch ohne Zins 120’000 Franken angespart. Sinnvoll sind auch passive Wertschriftenanlagen wie die kostengünstigen und transparenten ETF. ETF sind eine gute Alternative zu den oft teuren und wenig flexiblen Fondssparplänen.

Angesichts der hohen Pflegekosten liegt der Gedanke nahe, einen Teil des Vermögens frühzeitig seinen Nachkommen zu verschenken, damit das Ersparte nicht restlos aufgebraucht wird, wenn man einst pflegebedürftig ist. Allerdings: Bei der Berechnung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen werden Schenkungen angerechnet – auch wenn sie weit zurückliegen. Aktuell gilt ein Freibetrag von 10’000 Franken pro Jahr.

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