Geld anlegen oder Hypothek amortisieren?

Wer seine Hypothek reduziert, zahlt weniger Hypothekarzinsen. Im Gegenzug steigt jedoch die Steuerbelastung, weil der Abzug für Schuldzinsen kleiner wird.

Aus steuerlicher Sicht sollte die Hypothek höchstens so weit abbezahlt werden, dass die Schuldzinsen mindestens gleich hoch sind wie der Eigenmietwert abzüglich der Unterhaltskosten für die Liegenschaft. Sonst zahlen Eigenheimbesitzer mehr Einkommenssteuern, als wenn sie kein Haus hätten.

Wer Geld in sein Haus steckt, verzichtet zudem auf Erträge, die dieses Geld abwerfen würde, wenn es angelegt wäre. Diese Rechnung geht allerdings nur dann auf, wenn vom Anlageertrag netto nach Steuern und Gebühren mehr übrig bleibt, als die Hypothek netto nach Steuern kostet.

Eine Hypothek zu 2 Prozent zum Beispiel kostet nach Abzug der Steuerersparnis bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent netto 1,5 Prozent. Eine Geldanlage muss folglich nach Berücksichtigung aller Steuern und Gebühren mehr als 1,5 Prozent Rendite abwerfen. Nur dann bringt sie netto mehr ein als die Amortisation der Hypothek. Nicht zu vergessen: Je besser eine Geldanlage rentiert, desto höher ist auch ihr Risiko.

Nach einer Amortisation ist das Kapital im Eigenheim gebunden. Es ist nicht ohne weiteres möglich, die Hypothek bei einem finanziellen Engpass wieder zu erhöhen. Pensionierten beispielsweise verweigern die Banken oft eine Aufstockung der Hypothek.

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