Soll ich die Rente oder das Kapital beziehen?

Angehende Pensionierte stehen vor der Wahl, sich das Pensionskassenkapital auszahlen zu lassen oder eine Rente zu beziehen. Es gilt sorgfältig abzuwägen, welche Lösung den persönlichen Familien- und Vermögensverhältnissen am besten entspricht.

Mit einer Rente ist das Einkommen lebenslang gesichert. Sie hat auch den Vorteil, dass man sich nicht um die Anlage des Geldes kümmern muss. Für den Kapitalbezug sprechen im Gegenzug steuerliche Vorteile, weil er einmalig zu einem reduzierten Steuersatz versteuert wird. Die Rente dagegen muss man jedes Jahr als Einkommen versteuern.

Bessere Absicherung der Hinterbliebenen

Zudem ist es oft einfacher, die Hinterbliebenen finanziell abzusichern, wenn man das Kapital bezieht. Bei einem Rentenbezug schrumpft das Einkommen des überlebenden Partners oft so stark, dass er sich erheblich einschränken muss. Kinder, die erwachsen sind und ihre Ausbildung abgeschlossen haben, bekommen in der Regel gar nichts, wenn der Rentenbezüger gestorben ist. Bei einigen Pensionskassen gehen auch Konkubinatspartner leer aus.

Bei einem Kapitalbezug gehört das Geld, das beim Tod noch nicht aufgebraucht ist, den Hinterbliebenen. Das verbessert in vielen Fällen die finanzielle Situation des überlebenden Ehe- oder Konkubinatspartners. Voraussetzung ist allerdings, dass man den Partner ehe- und erbrechtlich so weit wie möglich begünstigt.

Rentner können sich immer weniger leisten

Wer sein Pensionskassenguthaben als Rente bezieht, muss sich bewusst sein, dass dieses Einkommen wegen der Teuerung über die Jahre deutlich an Wert verlieren kann. Die meisten Pensionskassen gleichen die Teuerung nämlich nicht oder nur teilweise aus. Bei einer jährlichen Inflation von 1,5 Prozent, die nicht ausgeglichen wird, sinkt die Kaufkraft einer Rente von heute 5000 Franken in zehn Jahren auf 4300 Franken, in 20 Jahren auf 3700 Franken und in 30 Jahren auf 3180 Franken.

Wegen der tiefen Zinsen und der steigenden Lebenserwartung fallen die Renten der Pensionskassen immer kleiner aus. Viele angehende Pensionierte überlegen deshalb, ihr Altersguthaben auszahlen zu lassen und selbst anzulegen, weil viele Pensionskassen ihre Renten drastisch senken. Denn schon eine relativ bescheidene Rendite bessert das Einkommen deutlich auf.

Das grösste Risiko für Kapitalbezüger ist ein langes Leben. Es braucht eine sorgfältige Finanzplanung und die richtige Anlagestrategie, damit das Geld nicht zu schnell aufgebraucht ist.

Anmeldefrist bei einem Kapitalbezug

Laut Gesetz dürfen Versicherte mindestens 25 Prozent ihres obligatorischen Altersguthabens als Kapital beziehen. Bei vielen Pensionskassen können die Versicherten frei wählen, welchen Anteil ihres Guthabens sie als Rente und als Kapital beziehen möchten. Mit der richtigen Mischung lassen sich die Vorzüge beider Varianten kombinieren und die Risiken verteilen. Je nach Pensionskasse muss ein Kapitalbezug bis zu drei Jahre im Voraus angemeldet werden.

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