Pensionskassen können ihre Rentenversprechen nicht halten

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Die Pensionskassen sind gezwungen, ihre Leistungen zu überdenken und Reformen umzusetzen. Umso wichtiger ist es, dass die Versicherten das Heft selber in die Hand nehmen.

Die Renten müssen gekürzt werden. An dieser Tatsache führt kein Weg vorbei. Die tiefen Zinsen machen es Pensionskassen praktisch unmöglich, mit wenig Risiko eine ausreichende Rendite zu erzielen, um die Rentenversprechen zu erfüllen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Bevölkerung immer älter wird. Die AHV hat 2015 579 Millionen Franken mehr für Renten ausgegeben, als sie an Beiträgen eingenommen hat. Schätzungen zufolge dürfte das Defizit in den nächsten 18 Jahren auf 10,9 Milliarden Franken anwachsen.

Umso wichtiger ist es, dass Versicherte das Heft selber in die Hand nehmen. Die folgenden Massnahmen helfen, Rentenkürzungen auszugleichen:

Über das AHV-Alter hinaus arbeiten

Schon heute bleiben viele Männer und Frauen über das ordentliche Pensionsalter hinaus erwerbstätig. Im Durchschnitt hören Männer mit 65,5 auf zu arbeiten, Frauen mit 64,5. Das Gute daran: Mit jedem Jahr, das man länger arbeitet, steigen die Renten.

Ein Mann, der die AHV-Rente um ein Jahr aufschiebt, erhält eine 5,2 Prozent höhere AHV-Rente, als wenn er sie mit 65 Jahren bezieht. Würde er sich erst mit 70 pensionieren lassen, erhöht er seine Rente sogar um 31,5 Prozent. Hinzu kommt: Wenn man den Bezug der AHV aufschiebt, fällt der Lohn nicht in eine höhere Steuerprogression.

Wie die AHV-Rente kann man in der Regel auch die Rente der Pensionskasse und den Bezug von Guthaben in der Säule 3a um bis zu fünf Jahre aufschieben, wenn man länger erwerbstätig bleibt. 

Länger arbeiten für mehr Rente
Wer seine AHV-Rente zwei Jahre über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus aufschiebt, erhält 10,8% mehr Rente.
Länger arbeiten für mehr Rente

Freiwillig in die zweite Säule einzahlen

Pensionskassen bieten die Möglichkeit, das Altersguthaben mit zusätzlichen Beiträgen aufzustocken. Diese Einkaufsbeträge können wie die Einzahlungen in die Säule 3a vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Die Steuerersparnis ist umso grösser, je höher das steuerbare Einkommen ist und je schneller das Geld wieder bezogen wird. Die höchste Rendite erzielt man deshalb mit einem Einkauf in den letzten Jahren vor der Pensionierung. Allerdings: Wer sich sein Altersguthaben auszahlen lassen möchte, muss sich spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen.

Eine dritte Säule aufbauen

Wer ab 40 jedes Jahr den Maximalbetrag in die Säule 3a einbezahlt, spart bis 65 ein Vermögen von 217'000 Franken an. Die Beiträge, die man in die Säule 3a einbezahlt, darf man vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Die Steuerersparnis ist ein zusätzlicher Beitrag zum Vermögensaufbau. Eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte  Wissenschaft zeigt, dass viele Erwerbstätige das Sparpotenzial der Säule 3a immer noch zu wenig nutzen. Zwei von fünf Deutschschweizern kümmern sich gemäss dieser Studie wenig oder gar nicht um ihre Altersvorsorge. Angesichts der tiefen Zinsen wird die private Vorsorge 

Säule 3a: Früh einzahlen lohnt sich
Wer ab 30 in die Säule 3a einzahlt, kann bei einer Rendite von 2 Prozent p.a. bis zur ordentlichen Pensionierung 338’000 Franken ansparen.
Säule 3a: Früh einzahlen lohnt sich

Hohe Steuern vermeiden

Eine schrittweise Pensionierung erleichtert nicht nur den Übergang in die neue Lebensphase. Sie hilft auch, Steuern zu sparen. Wer zum Beispiel sein Arbeitspensum mit 63 Jahren von 100 auf 70 Prozent reduziert, kann sich bei vielen Pensionskassen dann schon 30 Prozent seines Altersguthabens auszahlen lassen und den Rest beziehen, wenn er seine Berufstätigkeit endgültig aufgibt.

Die Aufteilung der Bezüge über mehrere Jahre führt meistens dazu, dass die Steuerprogression gebrochen wird und die gesamte Steuerbelastung tiefer ausfällt. Steuerbehörden akzeptieren in der Regel eine Aufteilung der Bezüge des Altersguthabens in zwei Tranchen, ohne eine Steuerumgehung zu unterstellen.

Wer über das ordentliche AHV-Alter hinaus erwerbstätig ist, darf auch weiter in die Säule 3a einzahlen. Die Beiträge sind auf 6826 Franken pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beiträge in die Pensionskasse gezahlt werden. Wer keine Beiträge mehr in die Pensionskasse zahlt, darf bis zu 20 Prozent des Jahreseinkommens in die Säule 3a einzahlen, maximal 34'128 Franken.

Gebühren laufend vergleichen

Immer mehr Banken verlangen sowohl für die Führung von Konten und Depots als auch für die Anlageberatung happige Gebühren. Dazu kommen in der Regel noch unnötig hohe Prämien für Versicherungen. Hohe Gebühren und Prämien fressen das Angesparte auf. Deshalb ist es wichtig, Finanzdienstleistungen zu vergleichen.

Weniger Gebühren, mehr Vermögen
Wer 1000 Franken pro Jahr an Gebühren spart, hat bei einer Rendite von 2 Prozent p.a. mit 65 Jahren 17’300 Franken mehr Vermögen. Ausgangslage ist eine 50-jährige Person.
Weniger Gebühren, mehr Vermögen

Vermögen effizient aufbauen

Exchange Traded Funds (ETF) eignen sich besonders, um mit regelmässigen Einzahlungen ein Vermögen anzusparen. ETF investieren in Wertpapiere, die in einem Index enthalten sind, zum Beispiel im Swiss Market Index. Deshalb eignen sich ETF für Anleger, die mit einer einzigen Transaktion in einen breit diversifizierten Markt investieren möchten. Dank tiefen Gebühren sind ETF zudem eine günstige Alternative zu den oft teuren Fondssparplänen.

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